Bärlocher wird KGV-Präsident
Text: pd/stz.
Rund 160 Delegierte und Gäste aus Politik und Wirtschaft hatten sich zur diesjährigen Delegiertenversammlung in Trübbach eingefunden. In seiner Präsidialansprache blickte Andreas Hartmann auf ein anspruchsvolles Jahr 2025 zurück, geprägt von geopolitischen Unsicherheiten und Konflikten, technologischen Entwicklungen insbesondere im Bereich KI sowie strukturellen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort.
Gleichzeitig betonte er die Chancen für das St.Galler Gewerbe, vor allem durch die Stärkung der Berufsbildung, neue Initiativen wie die Lehrstellenplattform NexTys und die bevorstehenden SwissSkills 2029 in St.Gallen als bedeutende Plattform für die Ostschweiz.
Zum Abschluss seiner zehnjährigen Präsidentschaft dankte er den Mitgliedern, dem Vorstand und der Geschäftsstelle für die langjährige Zusammenarbeit und hob die Innovationskraft, Bodenständigkeit sowie den Zusammenhalt des St.Galler Gewerbes hervor.
Regierungspräsident Beat Tinner begrüsste die Anwesenden im Namen der Regierung und freute sich über das Wiedersehen in seiner Heimat. Er betonte, wie wichtig das Gewerbe für die Wirtschaft und die Gesellschaft sei, zumal es nicht nur Arbeitsplätze biete, sondern auch für Stabilität in schwierigen Zeiten sorge. Die Regierung sei bestrebt, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, indem sie Entwicklungsprojekte fördere oder in Bereiche wie Innovation und Digitalisierung investiere.
Zuletzt dankte er Andreas Hartmann für sein Engagement als Präsident und die gute Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Sein Dank galt auch allen Anwesenden für ihre tagtägliche Arbeit. Gemeinsam könne man dafür sorgen, dass das St.Galler Unternehmertum gut gedeihe.
Die Delegierten genehmigten sämtliche traktandierten Geschäfte, darunter die Jahresberichte, die Jahresrechnung 2025 sowie das Budget 2026.
Wechsel im Präsidium
Nach seiner zehnjährigen Amtszeit als KGV-Präsident trat Andreas Hartmann auf diese DV zurück. Als Nachfolger wurde Christoph Bärlocher, Bauunternehmer und Kantonsrat aus Eggersriet, nominiert. Er kennt die Anliegen des Gewerbes aus eigener Erfahrung bestens und ist mit den politischen Prozessen bestens vertraut. Die Delegierten wählten ihn einstimmig zum neuen Präsidenten.
Mit Ulrike Brunnschweiler verliess ein ebenfalls langjähriges und sehr engagiertes Vorstandsmitglied den KGV. An ihre Stelle tritt Diana Kühne Pasini, die zugleich auch das Präsidium der KMU-Frauen St.Gallen von Brunnschweiler übernimmt.
Die Austretenden wurden für ihre langjährige Arbeit mit entsprechenden Präsenten verdankt. Die Delegierten ernannten Brunnschweiler zum Ehrenmitglied und Hartmann zum Ehrenpräsidenten des KGV.
Besuch aus Bundesbern
Das Gastreferat des Abends hielt Bundesrätin Karin Keller-Sutter. In einem spannenden Vortrag berichtete sie über aktuelle Herausforderungen der Schweiz. Während andere Staaten einen gewaltigen Schuldendienst betreiben, sei es als Finanzministerin ihr oberstes Ziel, zuerst Ordnung im eigenen Bundeshaushalt zu schaffen und mit den Ausgaben vorsichtig umzugehen. Diese seien über die letzten Jahre kontinuierlich angestiegen, nicht zuletzt durch die alternde Bevölkerung und höhere Rüstungsausgaben infolge zunehmender geopolitischer Konflikte.
Heute herrsche ein anderer Umgang mit Geld. Die Finanzierung werde meist erst später geklärt und die Probleme somit nach hinten geschoben. Hier gebe es Verbesserungspotenzial. In der abschliessenden Diskussionsrunde betonte Keller-Sutter, dass die zunehmende Regulierung, die dem Gewerbe immer mehr zusetzt, teilweise ein selbst kreiertes Problem sei.
Mit jeder Systemanpassung wehrten sich Gruppierungen und erwirkten Ausnahmefälle, die es wieder neu zu regeln gelte. Man könnte auch versuchen, Veränderungen wirken zu lassen und Probleme erst zu regeln, wenn sie auch tatsächlich vorhanden und akut seien.