Akris USA muss 1,823 Millionen zurückzahlen
Text: stz.
Die US-Tochtergesellschaft des St.Galler Luxusmodeunternehmens Akris hat im Jahr 2021 im Rahmen eines amerikanischen Covid-Hilfsprogramms staatliche Unterstützung in der Höhe von 1,2 Millionen Dollar erhalten, obwohl kein Anspruch auf diese Gelder bestand. Dies geht aus öffentlich zugänglichen Dokumenten hervor, berichtet die «NZZ am Sonntag».
Gemäss den geltenden Bestimmungen waren die sogenannten À-fonds-perdu-Darlehen kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 300 Mitarbeitern vorbehalten. Die amerikanische Niederlassung von Akris beschäftigte zum Zeitpunkt des Antrags 64 Mitarbeiter. Nicht offengelegt wurde jedoch, dass es sich um eine Tochtergesellschaft eines grösseren, in Schweizer Besitz befindlichen Unternehmens handelt. Damit erfüllte die Gesellschaft die Voraussetzungen für die Unterstützung nicht.
In der Folge leitete die zuständige US-Behörde ein Verfahren nach dem False Claims Act ein. Das Unternehmen einigte sich mit den Behörden auf einen Vergleich. Akris zahlte die erhaltenen Gelder samt Zinsen zurück. Der Gesamtbetrag belief sich auf 1,823 Millionen Dollar.
Verwaltungsratspräsident Peter Kriemler erklärte gegenüber der «NZZ am Sonntag», der damalige amerikanische Finanzchef habe den Antrag in der Annahme gestellt, die Voraussetzungen seien erfüllt. Auch die zuständigen Behörden hätten den Antrag zunächst geprüft und bewilligt. Nach Bekanntwerden der Unregelmässigkeit habe das Unternehmen umgehend mit den Behörden kooperiert und die Rückzahlung veranlasst.
Der verantwortliche Finanzchef ist seit rund zwei Jahren nicht mehr für das Unternehmen tätig. Nach Angaben von Akris ist der Fall mit der vollständigen Rückzahlung abgeschlossen.