St.Gallen

Wie macht Arbeit glücklich?

Wie macht Arbeit glücklich?
Jenny Schäpper-Uster, Christoph Lanter und Mathias Binswanger
Lesezeit: 2 Minuten

Was macht Arbeit heute eigentlich glücklich, und wo liegen die Grenzen zwischen Freiheit, Selbstverantwortung und Überforderung? Dieser Frage widmete sich die ausverkaufte Ausgabe von «Wirtschaft in der Wirtschaft» am 28. April im Hof zu Wil. Moderator Christoph Lanter diskutierte mit Ökonom Mathias Binswanger und Jenny Schäpper-Uster über neue Arbeitsformen, Co-Working, Homeoffice, Lohntransparenz und die Frage, welche Berufe besonders zufrieden machen.

Text: stz.

Die siebte Ausgabe von «Wirtschaft in der Wirtschaft» machte Halt im Hof zu Wil. Das Format von Christoph Lanter und Mathias Binswanger bringt wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen in lockerer Atmosphäre zur Diskussion.

Als Gast nahm Jenny Schäpper-Uster teil. Sie kennt die neue Arbeitswelt seit vielen Jahren aus der Praxis und gilt als Pionierin im Bereich Co-Working. Als Unternehmerin, Netzwerkerin und Mitgestalterin neuer Arbeitsorte bringt sie Menschen, Ideen und Kompetenzen zusammen. Ihre neuste Idee: ein Generalabo für Co-Workings in der Schweiz.

Im Zentrum stand die Frage, was Menschen im Berufsleben zufrieden macht. Rasch zeigte sich: Glück bei der Arbeit hängt nicht nur vom Lohn ab. Entscheidend sind auch Sinn, Gestaltungsspielraum, soziale Beziehungen, Anerkennung und das Gefühl, mit der eigenen Arbeit etwas bewirken zu können. Gerade in einer Zeit, in der sich Arbeitsmodelle stark verändern, wird diese Frage für Unternehmen immer wichtiger. Wer gute Mitarbeiter gewinnen und halten will, muss mehr bieten als einen Arbeitsplatz und einen Monatslohn.

Mathias Binswanger ordnete das Thema aus ökonomischer Sicht ein. Er zeigte auf, dass Arbeit einerseits Einkommen sichert, andererseits aber auch Identität, Struktur und gesellschaftliche Teilhabe vermittelt. Gleichzeitig könne Arbeit krank machen, wenn sie dauerhaft als fremdbestimmt, sinnlos oder belastend erlebt werde. Die Diskussion drehte sich deshalb auch um die Frage, welche Berufe besonders glücklich machen und welche Faktoren Zufriedenheit im Arbeitsalltag fördern.

Jenny Schäpper-Uster brachte die Perspektive der neuen Arbeitswelt ein. Co-Working sei mehr als ein Schreibtisch ausserhalb des klassischen Büros. Es gehe um Gemeinschaft, Austausch und ein Umfeld, das produktives Arbeiten ermöglicht. Im Unterschied zum Homeoffice könne Co-Working soziale Isolation vermeiden und gleichzeitig Flexibilität bieten. Gerade für Selbstständige, kleine Unternehmen oder Mitarbeiter mit hybriden Arbeitsmodellen entstehe dadurch ein neuer Arbeitsraum zwischen Büro und Zuhause.

Auch Lohntransparenz wurde diskutiert. Sie kann Vertrauen schaffen, aber auch Neid auslösen, wenn die Kriterien nicht nachvollziehbar sind. Entscheidend sei daher nicht Transparenz um jeden Preis, sondern Fairness, Verständlichkeit und eine Unternehmenskultur, die offen mit Leistung, Verantwortung und Entwicklungsmöglichkeiten umgeht.

Der Anlass wurde von Cronberg, dem LEADER als Medienpartner sowie Sylvia Egli vom Hof zu Wil unterstützt. Die nächste Ausgabe von «Wirtschaft in der Wirtschaft» wird am 6. Juli 2026 auf der Schwägalp aufgezeichnet. Details zu Gast und Thema folgen. Tickets sind unter www.wirtschaft-in-der-wirtschaft.ch erhältlich.

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