St.Galler Forscherin gewinnt Empa-Preis
Text: pd/stz.
Im Zentrum des Projekts steht ein chemisches Verfahren, die sogenannte Oligomerisierung. Dabei werden aus erneuerbaren Molekülen wie Ethylen und Propylen synthetische Treibstoffe erzeugt, die herkömmlichem fossilem Benzin sehr ähnlich sind.
Labordemonstrationen zeigen, dass sich damit Benzin mit einer Oktanzahl von 95 herstellen lässt – ein Wert, der für den kommerziellen Einsatz geeignet ist.
Alessia Cesarini hat im Rahmen ihrer Forschung eine patentierte Katalysatorenfamilie entwickelt, die den Prozess effizienter macht und gleichzeitig den Energieverbrauch reduziert.
Erste Analysen deuten darauf hin, dass der synthetische Treibstoff auch wirtschaftlich konkurrenzfähig sein kann. Eine Pilotanlage mit einer Produktionskapazität von 10’000 Litern ist bereits in Betrieb, eine industrielle Skalierung ist in einer nächsten Phase vorgesehen.
Die Empa plant, die Markteinführung zunächst in der Forstwirtschaft zu starten. Ein weiterer Vorteil: Der neue Treibstoff kann über die bestehende Infrastruktur vertrieben werden und ermöglicht so einen reibungslosen Übergang zu CO₂-ärmeren Kraftstoffen.
Die Jury würdigte insbesondere den Innovationsgrad der Technologie sowie die klare Strategie zur Markteinführung in Zusammenarbeit mit Industriepartnern.
Cesarini verfolgt einen konsequent praxisnahen Ansatz: «Meine Karriere führte mich von der Forschung zur unternehmerischen Umsetzung meiner Ideen. Mein Ziel ist eine Lösung, die mit bestehenden Fahrzeugen und Infrastrukturen funktioniert – ökologisch wie ökonomisch nachhaltig.»