Schweizer Zucker AG erzielt «schwarze Null»
Text: pd/stz.
Der Umsatz sank von 294.7 Millionen auf 234.6 Millionen Franken, obwohl die Verkaufsmenge leicht auf 225’800 Tonnen anstieg, davon 12’400 Tonnen Biozucker. Gleichzeitig reduzierten sich die Kosten deutlich: Der Warenaufwand sank um rund 25 Millionen Franken, Abschreibungen, ausserordentliche Aufwendungen und Steuern um weitere rund 24 Millionen Franken. Dennoch fiel der Unternehmensgewinn auf 0.1 Millionen Franken, und auch der Cashflow ging von 44.1 Millionen auf 18.6 Millionen zurück.
Die Kampagne 2024 brachte eine solide Produktion: Aus 1.6 Millionen Tonnen Zuckerrüben wurden 212’000 Tonnen Zucker gewonnen, rund 10’000 Tonnen mehr als im Vorjahr. Der Rübenpreis führte jedoch zu einem Rückgang des Rübengeldes auf 88.7 Millionen Franken.
Preisdruck und Swissness belasten das Geschäft
Nach Jahren mit Preisen von über 1000 Franken pro Tonne ist der Zuckermarkt deutlich eingebrochen. Auch für das kommende Geschäftsjahr konnten zwar Verträge abgeschlossen werden, jedoch zu nochmals tieferen Preisen. Zusätzlich setzt der steigende Importdruck die Schweizer Zucker AG unter Druck.
Erstmals spürbar sind zudem die Auswirkungen des Swissness-Selbstversorgungsgrades: Kunden verwenden vermehrt nur noch rund 40 Prozent Schweizer Zucker statt früher 80 Prozent und können ihre Produkte dennoch weiterhin mit dem Schweizer Kreuz kennzeichnen.
Landwirtschaft bleibt stabiler Pfeiler
Positiv entwickelt sich die Anbaufläche: Zum zweiten Mal in Folge ist sie gestiegen. Rund 3900 Landwirte bauen Zuckerrüben an, die Fläche im konventionellen Anbau wuchs auf 16’480 Hektaren. Daraus wurden 1.12 Millionen Tonnen Rüben mit einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 14.6 Prozent geerntet. Der Ertrag lag bei 8.6 Tonnen Zucker pro Hektare.
Auch der nachhaltige Anbau gewinnt an Bedeutung: 4557 Hektaren wurden unter dem IP-Suisse-Label bewirtschaftet, die Biofläche stieg auf 314 Hektaren. Insgesamt wurden 1.6 Millionen Tonnen Rüben verarbeitet, 104’000 Tonnen mehr als im Vorjahr.
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Investitionen und Nachhaltigkeit im Fokus
Nach einem irreparablen Defekt des Kalkofens in Frauenfeld wird für die Kampagne 2026 ein neuer, gasbetriebener Ofen in Betrieb genommen. Er gilt als kleiner, moderner, leiser und deutlich umweltfreundlicher. Die Investition ist ein klares Bekenntnis zu den beiden Standorten Frauenfeld und Aarberg.
Auch im Bereich Nachhaltigkeit setzt das Unternehmen Akzente: Mit dem Niedertemperaturtrockner in Frauenfeld sowie den Holzkraftwerken an beiden Standorten verbessert sich die CO₂-Bilanz weiter. Gleichzeitig bleibt die CO₂-Reduktion in der Landwirtschaft eine zentrale Herausforderung, an der gemeinsam mit Partnern wie dem Schweizer Bauernverband und dem Verband der Zuckerrübenpflanzer gearbeitet wird.
Die globalen Marktverhältnisse bleiben angespannt. Hohe Produktionsmengen in Ländern wie Brasilien oder Indien führen zu einer Überversorgung und halten die Preise tief. Die Branche hofft auf eine längst erwartete Erholung.