St.Gallen

Rekordbeteiligung am Neujahrsapéro des SVIT Ostschweiz

Rekordbeteiligung am Neujahrsapéro des SVIT Ostschweiz
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Der Neujahrsapéro des SVIT Ostschweiz hat zum Auftakt des Jahres 2026 so viele Branchenvertreter angezogen wie noch nie. In der Lokremise St.Gallen stand neben dem Austausch innerhalb der Immobilienwirtschaft vor allem die Einordnung der geopolitischen Lage im Zentrum.

Text: pd/red

220 Immobilienfachleute folgten am 5. Januar 2026 der Einladung in die Lokremise St.Gallen. Präsidentin Claudia Strässle eröffnete den Anlass und sprach in ihrer Begrüssung von einer Rekordbeteiligung. Anschliessend übergab sie das Wort an Prof. em. Dr. Christoph Frei von der Universität St.Gallen, der als Gastreferent des Abends die geopolitische Lage einordnete.

Geopolitische Ordnung im Wandel

In seinem Referat «Ordnung oder Chaos? Anmerkungen zum geopolitischen Kontext» ordnete Frei langfristige geopolitische Entwicklungen ein und verzichtete bewusst auf tagespolitische Zuspitzungen.

Er zeigte auf, wie die globalisierte Weltordnung über Jahrzehnte von den USA geprägt wurde. Freihandel und sicherheitspolitische Garantien hätten Europa Wohlstand gebracht, wovon auch die Schweiz profitiert habe. Gleichzeitig habe sich Europa an offene Handelsrouten und stabile Rahmenbedingungen gewöhnt. Die Schweiz habe in den letzten 90 Jahren rund 4300 völkerrechtliche Verträge ratifiziert, davon 193 mit der EU. «Wir haben Unabhängigkeit gegen Wohlstand eingetauscht und uns stark abhängig gemacht», sagte Frei.

Mit Blick auf die USA sprach er von einem Kurswechsel unter Donald Trump. Globalisierung werde dort als Ursache der Deindustrialisierung gesehen. Schutzzölle und eine stärkere nationale Ausrichtung sollten gegensteuern. Europa müsse sich wieder stärker selbst positionieren.

Markt, Werte und Herausforderungen

Anschliessend zog Claudia Strässle Bilanz über ihr erstes fast vollständiges Amtsjahr als Präsidentin. Sie verzichtete auf ein Sorgenbarometer, räumte aber ein, dass positive Schlagzeilen 2025 rar gewesen seien. Entscheidend sei, den Fokus auf tragfähige Werte zu legen, ohne bestehende Herausforderungen auszublenden.

Die Zusammenarbeit mit dem SVIT Schweiz beurteilte Strässle positiv. Anliegen aus der Ostschweiz würden ernst genommen und zeitnah beantwortet. Für den Immobilienmarkt 2026 rechnet sie sowohl bei Eigentum als auch bei Neumieten mit weiter steigenden Preisen. Kritisch sieht sie die Entwicklung im Stockwerkeigentum. Zunehmend könnten Eigentümer ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Mahnungen und Betreibungen hätten deutlich zugenommen.

Nach den Referaten nutzten die Gäste den Apéro für Gespräche und Begegnungen
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