Projekt am Rhein will 2700 Wohnungen schaffen
Text: pd/stz.
Der Fluss ist zwar präsent, bleibt aber für viele Menschen kaum erlebbar. Für Carlos Martinez, der seine Anfänge als Architekt in Diepoldsau hatte, war genau das ein Ausgangspunkt für neue Überlegungen. Gleichzeitig stellte sich für ihn die Frage nach günstigem Bauland. Sein Ansatz: bislang ungenutzte Flächen wie das Rheinvorland als Potenzialraum zu denken und zu nutzen.
Dabei war stets klar, dass der Hochwasserschutz gewährleistet sein muss. Die geplanten Gebäude reagieren auf diese Anforderungen, indem sie auf erhöhten Strukturen stehen und über Brücken mit dem urbanen Raum verbunden sind. So entsteht eine Bauweise, die sich an die Dynamik des Flusses anpasst und gleichzeitig Sicherheit bietet.
Mit dem Projekt «Rhesi» wird der Alpenrhein zwischen Österreich und der Schweiz derzeit umfassend neu gestaltet. Der Hochwasserschutz wird verbessert, der Fluss durch Renaturierung aufgewertet und das Rheinvorland für die Bevölkerung zugänglich gemacht. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten für Landschaft, Freizeit und langfristige Raumentwicklung.
Vor diesem Hintergrund entsteht ein Projekt mit besonderer Dimension: Rund 2700 Wohnungen sollen auf bisher ungenutzten Flächen in zentraler Lage realisiert werden. Das Bauland steht im Rahmen der Entwicklung ohne klassische Grundstückskosten zur Verfügung, was die Grundlage für wirtschaftlich tragfähige und zugleich faire Mietmodelle schafft.
Die Gebäude fügen sich in die Landschaft ein und stehen auf Säulen im Rheinvorland. Sie reagieren auf die natürlichen Gegebenheiten und bleiben auch bei Hochwasser geschützt. Ziel ist es, qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen, der sowohl ökologischen als auch wirtschaftlichen Anforderungen gerecht wird.
Ein internationaler Investor, der aufgrund der veränderten globalen Rahmenbedingungen seine Immobilienaktivitäten verstärkt in die Schweiz verlagert, unterstützt das Projekt. Gemeinsam mit weiteren Partnern bringt er die Erfahrung und die finanziellen Mittel ein, um eine Entwicklung dieser Grössenordnung umzusetzen.
Das Projekt steht exemplarisch für einen neuen Ansatz im Wohnungsbau: die Verbindung von günstigen Rahmenbedingungen, architektonischer Qualität und langfristiger Vision. Für Carlos Martinez ist es die konsequente Weiterentwicklung einer Idee, die ihn seit Jahrzehnten begleitet.