Operndirektor Heilker verlässt St. Gallen
30.04.2019

Operndirektor Heilker verlässt St. Gallen

Auf das Ende der Spielzeit 2020/2021 verlässt Operndirektor Peter Heilker das Theater St.Gallen. Er wechselt per September 2021 nach Wien, wo er am Theater an der Wien Programm- und Castingdirektor sowie Stellvertreter des designierten Intendanten Stefan Herheim wird.

«Das Theater St.Gallen ist sich bewusst, dass es mit Peter Heilker einen versierten Fachmann verliert, der auch stets mit grossem Engagement den Kontakt zum Publikum suchte und dessen Begeisterung am Musiktheater zu wecken wusste», heisst es in der Mitteilung des Theater St. Gallen.

Gleichzeitig freut es sich über die ehrenvolle Wahl seines Operndirektors an eine der renommiertesten Musiktheater-Bühnen im deutschsprachigen Raum. Das Theater an der Wien ist das Opernhaus der Vereinigten Bühnen Wien, zu denen auch das Ronacher und das Raimund-Theater gehören. Neben seiner Tätigkeit als Programm- und Castingdirektor wird Peter Heilker am Theater an der Wien die Vorbereitung auf die neue Intendanz von Stefan Herheim per Spielzeit 2022/2023 mitverantworten.

Findungskommission für Nachfolge
Für die Regelung der Nachfolge von Peter Heilker am Theater St.Gallen ist eine Findungskommission bestellt worden. Sie steht unter der Leitung von Martin Klöti, Regierungsrat des Kantons St.Gallen und Vizepräsident der Genossenschaft Konzert und Theater St.Gallen. 

Der Theater- und Literaturwissenschaftler Peter Heilker ist seit der Spielzeit 2008/2009 Operndirektor am Theater St.Gallen. Unter seiner Leitung pflegte die Sparte Musiktheater ein breites Repertoire aus Oper, Operette, Musical und Tanz aller Epochen und Stilrichtungen. Er verpflichtete Regisseure wie Guy Joosten, Francesca Zambello, David Alden, Lydia Steier, Vera Nemirova und Tobias Kratzer und holte Dirigenten wie George Petrou, Giampaolo Bisanti, Antonino Fogliani und Stefan Blunier nach St.Gallen.

Schweizer Erstaufführungen und Festspiele
Peter Heilkers Spielplangestaltung zeichnete sich besonders durch selten gespielte, unbekannte oder vergessene Opern sowie Erst- und Uraufführungen aus. So verantwortete er 16 Schweizer Erstaufführungen, darunter George Benjamins Opern Written on Skin und Lessons in Love and Violence (Spielzeit 2019/2020), Johann Simon Mayrs Medea in Corinto und die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Avenue Q.

Insbesondere die jährliche Freiluftproduktion der St.Galler Festspiele im Klosterhof stellte regelmässig eine Opernrarität des 19. Jahrhunderts einem grossen Publikum vor; so kamen in den letzten Jahren Puccinis Edgar, Catalanis Loreley und Donizettis Il diluvio universale zu Schweizer Erstaufführungen. Ausserdem fanden unter seiner Direktion sechs Uraufführungen statt, darunter die Oper Annas Maske von David Philip Hefti und Alain Claude Sulzer.