Kinderspital wird universitäres Lehr- und Forschungsspital
Text: pd/stz.
Das Ostschweizer Kinderspital OKS erhält eine besondere Anerkennung: Es darf ab sofort den Namenszusatz «Universitäres Lehr- und Forschungsspital» tragen. Der Regierungsrat des Kantons St.Gallen hat die Auszeichnung stellvertretend für alle Träger beschlossen.
Grundlage dafür sind die ausgewiesenen Leistungen des OKS in Lehre und Forschung sowie die Empfehlungen der Schweizerischen Hochschulkonferenz und der Gesundheitsdirektorenkonferenz.
Sämtliche Träger des Ostschweizer Kinderspitals haben sich für den Namenszusatz ausgesprochen. Dazu gehören die Kantone St.Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden sowie das Fürstentum Liechtenstein. Als Standortkanton ist St.Gallen für die offizielle Vergabe verantwortlich.
Anerkennung für akademische Arbeit
Für Serge Altmann, CEO des Ostschweizer Kinderspitals, ist der neue Namenszusatz ein wichtiges Signal: «Der Namenszusatz ist eine Anerkennung unserer akademischen Ausrichtung und unseres Engagements in Lehre und Forschung. Zu den positiven Auswirkungen gehören die Attraktivität als Arbeitgeber, die Reputation bei Patienten und ihren Familien, der Zugang zu Forschungsmitteln und die Aushandlung von Tarifen.»
Das OKS ist das einzige Zentrumsspital für Kinder und Jugendliche in der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Mit dem neuen Status wird seine Rolle in Ausbildung, Weiterbildung und Forschung zusätzlich gestärkt.
Forschung für Kinder- und Jugendmedizin
Die Bedeutung des OKS als universitäres Lehr- und Forschungsspital zeigt sich in zahlreichen Aktivitäten. So werden jährlich 40 Unterassistenten in ihrem klinisch-praktischen Jahr im Rahmen des Joint Medical Masters zwischen Zürich und St.Gallen betreut. Damit leistet das Spital einen Beitrag zur Sicherung der zukünftigen pädiatrischen Versorgung in der Schweiz.
Rund 75 Ärzte waren 2025 in einem Weiterbildungsprogramm zur Erlangung eines FMH-Facharzttitels eingeschrieben. Zudem engagieren sich über 20 habilitierte Ärzte und Wissenschaftler in translationaler und klinischer Forschung.
Die Forschungsthemen reichen von der Kinderkrebsforschung über die 3D-Rekonstruktion von Nerven und Bewegungsanalysen bis zum Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Vorhersage von Krankheitsverläufen. Auch die Beteiligung an nationalen Ernährungsstudien gehört dazu.
Teil eines nationalen Forschungsnetzwerks
Das Ostschweizer Kinderspital gehört dem nationalen Kinderforschungsnetzwerk SwissPedNet an und erhält Forschungsgelder zur Finanzierung entsprechender Projekte. Der Schweizerische Nationalfonds hat dem OKS kürzlich einen Unterstützungsbeitrag von 800'000 Franken zugesprochen. Damit soll der Zusammenhang zwischen Typ-1-Diabetes und Nervenvitalität bei Kindern und Jugendlichen untersucht werden.
Mit dem neuen Status reiht sich das OKS im Rahmen von AllKids in eine Gruppe akademisch orientierter Kinderspitäler ein. Zu AllKids gehören neben dem OKS das Universitäts-Kinderspital Zürich, das Universitäts-Kinderspital beider Basel sowie das Kinderspital des Genfer Universitätsspitals HUG.
Umzug ins neue Kinderspital im September
Das OKS in St.Gallen ist das führende, familienorientierte Zentrumsspital für Kinder und Jugendliche ab Geburt bis 18 Jahre für die Ostschweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Als medizinischer Komplettversorger auf höchster Versorgungsstufe betreibt es eine Notfallstation; rund 1000 Spezialisten versorgen die jungen Patienten nach den neuesten Erkenntnissen der Pädiatrie.
Das Ostschweizer Kinderspital ist als gemeinnützige, privatrechtliche Stiftung organisiert. Am 26. September 2026 bezieht das OKS das neu erbaute Kinderspital an der Spitalstrasse 10 auf dem gemeinsamen Campus mit HOCH Health Ostschweiz.