Ostschweiz

IGöV warnt vor teurem Sparkurs

IGöV warnt vor teurem Sparkurs
Thierry Müller, Präsident der IGöV Ostschweiz
Lesezeit: 2 Minuten

Weniger Verbindungen, schlechtere Anschlüsse und zusätzliche Kosten für Gemeinden: Die IGöV Ostschweiz warnt vor den Folgen der geplanten öV-Kürzungen im St.Galler Entlastungspaket EP2026plus. Der Angebotsabbau könnte die Standortattraktivität schwächen und Einsparungen durch Folgekosten schmälern.

Text: pd/stz.

Die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr, Sektion Ostschweiz, stellt die Notwendigkeit eines gesunden kantonalen Finanzhaushalts nicht infrage. Sie verlangt jedoch, die vorgesehenen Sparmassnahmen am Nutzen für sämtliche beteiligten öffentlichen Haushalte zu messen. Neben der unmittelbaren Entlastung müssten auch die Folgen für Erreichbarkeit, Nachfrage und Wirtschaft berücksichtigt werden.

Nach Angaben der IGöV sollen die Massnahmen den Kanton netto um rund 3,7 Millionen Franken jährlich entlasten. Zusammen mit tieferen Beiträgen von Gemeinden und Bund beträgt das Massnahmenvolumen rund 10,5 Millionen. Geplant sind unter anderem Linienaufhebungen, dünnere Fahrpläne, der Verzicht auf Ausbauten und der Rückzug aus einzelnen Mitfinanzierungen.

Ein gestrichener Kurs trifft das ganze Netz

Der öV funktioniert als verknüpftes System. Auch Linien in Randregionen führen Fahrgäste zu den Hauptachsen und sichern den Zugang zu Arbeitsplätzen, Ausbildung und Einkauf. Fällt ein Zubringerkurs weg, können gleich mehrere Anschlüsse verloren gehen. Besonders betroffen wären Lernende, Schichtarbeiter und Menschen ohne eigenes Auto.

Aus Sicht der IGöV reicht die Wirkung deshalb weit über die einzelne Linie hinaus: Schlechtere Verbindungen erschweren den Alltag und mindern die Attraktivität von Gemeinden als Wohn- und Wirtschaftsstandorte.

Weniger Angebot spart nicht im gleichen Mass Kosten

Ein erheblicher Teil der Betriebskosten fällt unabhängig vom einzelnen Kurs an. Kürzungen könnten zudem abgestimmte Fahrzeug- und Personaleinsätze weniger effizient machen. Gleichzeitig drohten Einnahmeausfälle auf Anschlusslinien.

Auch Kostenverlagerungen seien einzurechnen: Gemeinden könnten stärker für Schul- und Sozialtransporte, Parkierung oder Verkehrssicherheit aufkommen müssen. Zudem würden laut Vorlage rund 3,2 Millionen Franken an Bundesbeiträgen wegfallen. Ob diese Mittel bei einem späteren Angebotsausbau wieder verfügbar wären, sei offen.

OD  La Culina  

Effizienz statt Abwärtsspirale

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