Drohnen mischen die Landwirtschaft auf
Text: pd/stz.
Die nächste Helferin auf dem Hof kommt aus der Luft: Drohnen erfassen den Zustand von Pflanzen, liefern Daten für gezielte Behandlungen und bringen Material dorthin, wo der Transport am Boden aufwendig wird. Doch was funktioniert bereits im Alltag? Und welche Anwendungen rechnen sich?
Diesen Fragen widmet sich das 7. Innovationsforum Ernährungswirtschaft am Dienstag, 24. November 2026. Unter dem Titel «Die Zukunft im Anflug: Drohnen als Gamechanger!» treffen sich auf der Swiss Future Farm in Tänikon Fachleute aus Landwirtschaft, Forschung, Behörden und Technologieunternehmen. Veranstalter ist das ISF Institut für Intelligente Systeme und Smart Farming der OST – Ostschweizer Fachhochschule.
Sprühdrohnen haben sich im Weinbau etabliert
Zum Auftakt zeigt Sebastian König vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, wie sich Drohnen im Pflanzenschutz entwickelt haben. Seit 2019 besteht dafür in der Schweiz ein regulatorischer Rahmen. Besonders im Weinbau haben sich Sprühdrohnen inzwischen etabliert. Der wissenschaftliche Mitarbeiter, der an mehreren Forschungsprojekten beteiligt ist, beleuchtet auch neue Einsatzgebiete.
Was beim Einsatz grösserer Drohnen erlaubt ist, erläutert Nathanel Apter. Der CEO von UASolutions war zuvor beim Bundesamt für Zivilluftfahrt tätig und arbeitet in internationalen Standardisierungsgremien mit. Im Zentrum seines Referats stehen Vorschriften, Bewilligungen und Sicherheitsanforderungen beim Sprühen und Transportieren. David Aebi von Agrarpiloten ergänzt die Erfahrungen aus der landwirtschaftlichen Praxis.
KI hilft bei Entscheidungen auf dem Feld
Lucas Zingerli von Pflanzefinder zeigt unter dem Titel «Pixel, KI, Landwirt», wie aus Luftbildern konkrete Entscheidungshilfen entstehen. Dafür verbindet er Bilddaten und künstliche Intelligenz mit dem Wissen der Landwirte.
Emanuel Kipfer von Cielotec widmet sich einem Einsatz, der bereits schweizweit etabliert ist: der Rehkitzrettung. Er hat deren Entwicklung von Beginn an begleitet und zeigt, wie Drohnen helfen, Jungtiere vor dem Mähtod zu bewahren. Zudem gibt er Einblicke in weitere professionelle Anwendungen, darunter Transport und Fassadenreinigung.
Schwere Lasten nehmen den Luftweg
Am Nachmittag rückt die Logistik ins Zentrum. Marco Gabutti, CEO des Drohnentechnologie-Unternehmens EGAPRO, spricht über Materialtransporte in alpinen und schwer zugänglichen Gebieten.
Was autonome Lieferdrohnen heute tatsächlich leisten, erläutert Pascal Schoppmann, Robotiker und Mitgründer des ETH-Spin-offs Avientus. Ueli Sager vom Herisauer Drohnenspezialisten Remote Vision steuert Erfahrungen mit landwirtschaftlichen Transporten bei. Dabei geht es auch um die entscheidende wirtschaftliche Frage: Welche technisch möglichen Einsätze sind im Alltag sinnvoll?
Christoph Schacht von Rhomberg Sersa Rail verbindet rechtliche Fragen mit Beispielen aus Vermessung, hochauflösender Kameratechnik und KI-gestützter Datenauswertung. Angelo Fischbacher von Robert Aebi Landtechnik zeigt zum Abschluss des Fachprogramms, wie Drohnen und das John Deere Operations Center in der Präzisionslandwirtschaft zusammenspielen.
Praxis, Förderung und neue Kontakte
Zwei Podiumsdiskussionen bieten Raum, die vorgestellten Technologien kritisch einzuordnen. Swiss Food Research informiert über Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten für innovative Agrar- und Food-Projekte.
Eine Ausstellung, Besichtigungen der nachhaltigen Heizzentrale, ein regionales Mittagsbuffet und der abschliessende Apéro ergänzen das Programm. Das Forum beginnt um 9 Uhr, der Apéro startet um 16.15 Uhr.
Weitere Informationen und Anmeldung: Innovationsforum Ernährungswirtschaft 2026.