Führungskräfte sollten ihrer Intuition nicht blind vertrauen
Text: pd/red
Unsicherheit gehöre heute zum Alltag vieler Führungskräfte, etwa durch geopolitische Spannungen, technologische Umbrüche oder stockende Transformationsprojekte. Dennoch neige das menschliche Gehirn dazu, auch in völlig neuen Situationen auf bekannte Denkmuster zurückzugreifen, erklärte Feser. Dadurch würden komplexe Fragestellungen häufig auf vermeintlich einfache Gegensätze reduziert, etwa «entlassen oder behalten» oder «investieren oder sparen».
Mehr als nur zwei Möglichkeiten
Im Webinar «HSG Highlights Online» stellte Claudio Feser den Ansatz der sogenannten «Superdeciders» vor. Dieser soll Führungskräften helfen, eingefahrene Denkmuster zu erkennen und bessere Entscheidungen zu treffen.
Als Beispiel nennt Feser einen neu eingesetzten CEO, dessen Betriebsleiter wichtige Digitalisierungsprojekte verzögert. Statt sich ausschliesslich zwischen Entlassung oder Weiterbeschäftigung entscheiden zu müssen, könne eine dritte Option darin bestehen, den Verantwortungsbereich des Managers durch eine starke Digitalfunktion zu ergänzen. So entstünden zusätzliche Handlungsspielräume.
Entscheidungen systematisch hinterfragen
Gemeinsam mit einem interdisziplinären Forschungsteam entwickelte Feser dafür das Instrument «Decision-Navigator-Canvas». Es soll Führungskräfte und Managementteams dabei unterstützen, komplexe Entscheidungen systematisch zu strukturieren und unbewusste Annahmen sichtbar zu machen.
«Bessere Entscheidungen entstehen, wenn Führungskräfte ihre Annahmen sichtbar machen, Alternativen prüfen und Unsicherheit systematisch bearbeiten», fasst Feser zusammen.