St.Gallen

Führungskräfte sollten ihrer Intuition nicht blind vertrauen

Führungskräfte sollten ihrer Intuition nicht blind vertrauen
Claudio Feser zeigte in einem Webinar auf, wie Führungskräfte in unsicheren Zeiten bessere Entscheidungen treffen können.
Lesezeit: 1 Minuten

Viele Führungskräfte verlassen sich bei schwierigen Entscheidungen auf ihre Intuition. Gerade in Zeiten grosser Unsicherheit kann das jedoch zum Problem werden. Der Managementexperte Claudio Feser zeigte in einem Webinar der Universität St.Gallen auf, weshalb Führungskräfte ihre Annahmen kritisch hinterfragen und bewusst nach weiteren Handlungsoptionen suchen sollten.

Text: pd/red

Unsicherheit gehöre heute zum Alltag vieler Führungskräfte, etwa durch geopolitische Spannungen, technologische Umbrüche oder stockende Transformationsprojekte. Dennoch neige das menschliche Gehirn dazu, auch in völlig neuen Situationen auf bekannte Denkmuster zurückzugreifen, erklärte Feser. Dadurch würden komplexe Fragestellungen häufig auf vermeintlich einfache Gegensätze reduziert, etwa «entlassen oder behalten» oder «investieren oder sparen».

Mehr als nur zwei Möglichkeiten

Im Webinar «HSG Highlights Online» stellte Claudio Feser den Ansatz der sogenannten «Superdeciders» vor. Dieser soll Führungskräften helfen, eingefahrene Denkmuster zu erkennen und bessere Entscheidungen zu treffen.

Als Beispiel nennt Feser einen neu eingesetzten CEO, dessen Betriebsleiter wichtige Digitalisierungsprojekte verzögert. Statt sich ausschliesslich zwischen Entlassung oder Weiterbeschäftigung entscheiden zu müssen, könne eine dritte Option darin bestehen, den Verantwortungsbereich des Managers durch eine starke Digitalfunktion zu ergänzen. So entstünden zusätzliche Handlungsspielräume.

Entscheidungen systematisch hinterfragen

Gemeinsam mit einem interdisziplinären Forschungsteam entwickelte Feser dafür das Instrument «Decision-Navigator-Canvas». Es soll Führungskräfte und Managementteams dabei unterstützen, komplexe Entscheidungen systematisch zu strukturieren und unbewusste Annahmen sichtbar zu machen.

«Bessere Entscheidungen entstehen, wenn Führungskräfte ihre Annahmen sichtbar machen, Alternativen prüfen und Unsicherheit systematisch bearbeiten», fasst Feser zusammen.

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