St.Gallen

Festspiele ziehen positive Bilanz

Festspiele ziehen positive Bilanz
4020 Besucher wollten «Aida» sehen
Lesezeit: 3 Minuten

Mit der Dernière von «Aida» sind die 21. St.Galler Festspiele zu Ende gegangen. Das neue Konzept mit Oper im Grossen Haus, Produktionen in Tonhalle und Paillard-Bau sowie einer Festspiel-Lounge zwischen den Spielstätten kam beim Publikum gut an. Insgesamt verzeichnete Konzert und Theater St.Gallen rund 9400 Besucher.

Text: pd/stz.

Die 21. St.Galler Festspiele sind am vergangenen Samstag mit der Dernière von Giuseppe Verdis «Aida» zu Ende gegangen. Das sommerliche Viersparten-Festival entwickelte sich in diesem Jahr erneut weiter: Erstmals zog die Oper ins eigene Haus. Gemäss Zweijahresrhythmus wird sie 2027 wieder auf dem Klosterhof gespielt.

Weil zudem ein Teil des Konzertprogramms sowie die Schauspielproduktion in der Tonhalle beziehungsweise im Paillard-Bau stattfanden, verlagerte sich das Festspiel-Zentrum auf den Platz zwischen diesen beiden Spielstätten. Dort sorgte die Festspiel-Lounge für ein neues niederschwelliges Angebot mit Musik, Kulinarik und Begegnung.

Das Konzept kam laut Konzert und Theater St.Gallen gut an. Die vier Hauptproduktionen erreichten zusammen eine Auslastung von 90 Prozent. Insgesamt wurden bei den Hauptproduktionen 6792 Besucher gezählt. Zusammen mit der Lounge und den Kammerkonzerten kamen die Festspiele auf rund 9404 Besucher.

«Aida» erreicht 81 Prozent Auslastung

Nach Giacomo Puccinis «Tosca» auf dem Klosterhof präsentierten die St.Galler Festspiele zur Premiere der Oper im Grossen Haus erneut einen grossen Namen: Giuseppe Verdis «Aida». Die Produktion von Regisseur Ben Baur unter der musikalischen Leitung des scheidenden Chefdirigenten Modestas Pitrenas stiess sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum auf Zuspruch.

Insgesamt 4020 Personen besuchten eine der sieben Vorstellungen. Das entspricht einer Auslastung von 81 Prozent.

Sehr gut besucht war auch das Festkonzert, mit dem sich Modestas Pitrenas vom St.Galler Publikum auch als Konzertdirigent verabschiedete. Das Konzert fand in diesem Jahr in der Kirche St.Laurenzen statt und wurde vor 483 Personen gespielt. Die Auslastung lag bei 97 Prozent. Beteiligt waren neben dem Sinfonieorchester St.Gallen auch Organist Bernhard Ruchti, Sopranistin Olivia Smith, der Chor des Theaters St.Gallen und der Bach-Chor.

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Schauspiel fast durchgehend ausverkauft

Seit 2024 ist auch die Schauspielabteilung mit einer eigenen Produktion am Festspielprogramm beteiligt. Am Konzept einer Komödie auf der Parkbühne beziehungsweise bei Schlechtwetter im Studio wurde festgehalten.

Nach dem Erfolg von «Extrawurst» im Jahr 2024 und «Kalter weisser Mann» im Jahr 2025, beide in der Regie von Johanna Böckli, stand dieses Jahr «Planet B» von Yael Ronen und Itai Reicher auf dem Programm. Die im deutschen Sprachraum erfolgreiche Science-Fiction-Komödie kam auch in St.Gallen gut an.

Das Stück in der Regie von Anna Marboe war fast durchgehend ausverkauft. Die acht Vorstellungen wurden von 780 Personen besucht, was einer Auslastung von 98 Prozent entspricht.

Tanz kehrt in die Kathedrale zurück

Nach zwei Abstechern an die Theaterfassade und ins Grosse Haus mit «Skywards» 2024 sowie ins Klanghaus Toggenburg mit «Klangtanz» 2025 kehrte die Festspielproduktion der Tanzsparte wieder in die Kathedrale zurück.

Dort zeigte die siebzehnköpfige Kompanie das Tanzstück «Grace» des Choreografen Antonio Ruz. Musikalisch bereichert wurde die Produktion durch Pablo Martín Caminero, Borja Barrueta und Domorganist Christoph Schönfelder.

1509 Personen fanden ihren Weg in den Stiftsbezirk. Bei vier Vorstellungen entspricht dies einer Auslastung von 84 Prozent. Publikumsnähe prägte auch diese Produktion: Der erste Teil wurde vor der Kathedrale getanzt und richtete sich damit auch an Passanten.

Festspiel-Lounge als neuer Treffpunkt

Gut besucht war auch die Festspiel-Lounge auf dem Platz zwischen Theater und Tonhalle. Sie sollte einerseits für Freilicht-Atmosphäre rund um die Festspielproduktionen sorgen. Andererseits bot sie mit kulinarischem und kulturellem Rahmenprogramm eine Möglichkeit, niederschwellig und kostenlos mit dem Festspielprogramm in Kontakt zu kommen oder einfach zu verweilen.

Im Zentrum stand dabei die lokale Verankerung. Pianist Claude Diallo kuratierte eine vielseitige Jazz-Reihe, Mitglieder des Sinfonieorchesters traten in kleinen Formationen auf, und der St.Galler Künstler Lionel David war beim Live-Painting zu erleben.

Das Angebot wurde rege genutzt. Schätzungen zufolge besuchten jeweils rund 150 Personen die Abende, an denen auf dem Theaterplatz Musik gespielt wurde. Ein besonderer Höhepunkt war das «Public Viewing» der letztjährigen Festspieloper «Tosca» auf Grossleinwand vor der Tonhalle. Rund 500 Personen verfolgten die Produktion von Regisseur Marcos Darbyshire.

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Konzept wird 2028 wieder aufgenommen

Mit rund 9404 Besuchern hat sich das diesjährige Festspielkonzept laut Konzert und Theater St.Gallen bewährt. 6792 Personen besuchten die Hauptproduktionen, geschätzte 2150 Personen die Festspiel-Lounge, 462 Personen die Kammerkonzerte.

Das Konzept soll 2028 wieder aufgenommen werden. Davor kehrt die Festspieloper 2027 auf den Klosterhof zurück. Dann steht Verdis «Otello» als Freilichtproduktion auf dem Programm.

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