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Bogner setzt auf «Made in Appenzell»

Bogner setzt auf «Made in Appenzell»
Andreas Dobler (von links), Frank Wörndl, Leiter Ski Strategie bei Bogner und Dano Waldburger mit dem Originalski von Willy Bogner und der Timbaer-Neuinterpretation.
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Die Appenzeller Skimanufaktur «Timbaer» hat einen Coup gelandet: Für die deutsche Sportartikelmarke «Bogner» produzieren Dano Waldburger und Andreas Dobler den Jubiläumsski. Dieser ist dem Originalski nachempfunden, den Willy Bogner Senior 1936 an den Olympischen Spielen im Wettkampf verwendete.

90 Jahre ist es her, als der deutsche Skisportler Willy Bogner Senior seinen eigenen Skivertrieb gründete. Anlässlich dieses Jubiläums hat das Münchner Unternehmen einen exklusiven Jubiläumsski kreieren lassen. Den Produktionsauftrag für diese spezielle Schöpfung erhielt nicht irgend eine grosse Skimarke, sondern die Appenzeller Skimanufaktur «Timbaer».

Die beiden Inhaber und leidenschaftlichen Skifahrer Andreas Dobler und Dano Waldburger profitierten von ihrem Insiderwissen, damit die Bogner-Geschäftsleitung überhaupt auf das kleine Handwerksunternehmen aufmerksam wurde: «Uns kam zu Ohren, dass das bisherige Ski-Lizenzunternehmen von Bogner Insolvenz anmelden musste. Daraufhin fragten wir im Frühling 2020 über einen Freund Matthias Hüppi an, der wiederum den Kontakt zu Bernhard Russi herstellte. Russi ist im Verwaltungsrat bei Bogner und mit Frank Wörndl, dem Leiter Ski Strategie bei Bogner, befreundet», erzählt Timbaer-Mitinhaber Dano Waldburger.

Nur einen Tag später meldete sich die Bogner-Geschäftsleitungsassistenz bei Timbaer. Nach einem Werkstattbesuch von Frank Wörndl, dem Olympiasilbermedaillengewinner im Slalom von 1988, stand fest: Der Retro-Ski zum 90-Jahr-Jubiläum von Bogner soll made in Appenzell sein. «Frank Wörndl adelte unsere Skis während eines gemeinsamen Skitags mit der Aussage, dass er zu seinen Aktivzeiten liebend gerne einen Timbaer -Ski gefahren wäre», freut sich Dano Waldburger.

 

Bambus, Papier und Titanal

Als Vorlage für den Jubiläumsski diente der Originalwettkampfski von Willy Bogner Senior, den er 1936 an der Olympiade in Garmisch-Partenkirchen verwendete. Der Aufbau der Neuauflage ist mit Bambus, Papier und Titanal dem Timbaer-Ski sehr ähnlich, wie Dano Waldburger betont. Ein augenscheinlicher Unterschied ist der breitere Kern, der direkt in den Deckbelag übergeht. Auffallend ist zudem die dreieckige, spitze Skischaufel, wie sie vor 90 Jahren üblich war.

Der Jubiläumsski wird in Steinegg bei Raumtemperatur geklebt und anschliessend im Timbaer-Spezialverfahren gepresst. Um den unverwechselbaren Bogner-Look zu garantieren, programmierten die beiden Timbaer-Inhaber für die CNC-Maschine eigens eine spezielle Fräsung und Lasergravur.

Ab sofort können die auf 90 Paar limitierten Jubiläums-Skisets bei Bogner für 4.250 Euro vorbestellt werden. Nummer 1 steht nicht zum Verkauf, da sie Willy Bogner Junior vorbehalten ist. Aktuell ordern Dano Waldburger und sein Geschäftspartner Andreas Dobler sämtliche Materialien für die Produktion, damit ab Herbst 2022 die ersten Bogner-Skis die Werkstatt in Appenzell verlassen können.  (rm)

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