Thurgau

Siemens und Stadler realisieren gemeinsam weltgrösste vollautomatisierte S-Bahn

Siemens und Stadler realisieren gemeinsam weltgrösste vollautomatisierte S-Bahn
Antonia Hoffmann, Angebotsmanagerin Siemens, Michael Schwarz, Vertriebsleiter Nordische Länder Stadler, Ansgar Brockmeyer, Leiter Marketing & Verkauf und stellvertretender Group CEO Stadler, Pernille Dam Nielsen, CFO DSB, Gerry Greiter, CEO Region Nordwesteuropa Siemens Mobility, Jürgen Müller, Executive Vice President Strategie und Rollmaterial DSB, Jesper Nilson, CEO Siemens Dänemark, und Hans Henrik Jensen, CFO Siemens Dänemark
Lesezeit: 2 Minuten

Die Dänischen Staatsbahnen haben mit einem Konsortium aus Siemens Mobility und Stadler einen Rahmenvertrag über die Lieferung von 226 vollautomatisierten S-Bahn-Zügen für Kopenhagen unterzeichnet. Mit einem Auftragsvolumen von rund drei Milliarden Euro entsteht damit das weltweit grösste offene Bahnsystem mit vollautomatisiertem Zugbetrieb.

Text: pd/stz.

Die neuen vierteiligen Triebzüge werden das Rückgrat der künftigen S-Bahn Kopenhagen bilden. Der Vertrag umfasst 226 Fahrzeuge mit einer Option auf bis zu 100 weitere Züge. In Kombination mit der vollständigen Automatisierung des Netzes soll die Anzahl der Abfahrten um bis zu 35 Prozent erhöht und Kapazität für rund zehn Millionen zusätzliche Fahrten pro Jahr geschaffen werden.

Siemens Mobility übernimmt als Konsortialführer die elektrische Ausrüstung der Züge, darunter Antriebs- und Bremstechnik, Bordstromversorgung, Fahrzeug- und Zugsteuerung, Fahrgastinformationssysteme sowie Drehgestelle. Stadler ist für die Wagenkästen, Kupplungen, die komplette Innenausstattung, Sitze, Türen, Klimaanlagen sowie die Endmontage der Fahrzeuge verantwortlich.

Zusätzlich wurde ein umfassender Service- und Wartungsvertrag über mindestens 30 Jahre abgeschlossen. Im Rahmen des sogenannten Technical Support & Spares Supply Agreement (TSSSA+) inklusive Railigent X stellt Siemens Mobility die langfristige Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Flotte sicher. Die ersten Fahrzeuge sollen ab 2032 in Betrieb gehen, die vollständige Auslieferung ist bis 2040 vorgesehen.

«Dies ist die grösste Investition in der 90-jährigen Geschichte der S-Bahn. Mit dieser Investition macht DSB einen entscheidenden Schritt, um den öffentlichen Verkehr in der Hauptstadt zukunftsfähig zu machen», sagt Flemming Jensen, CEO der Dänischen Staatsbahnen. Eine höhere Frequenz und mehr Kapazität seien zentral, um mit der steigenden Nachfrage Schritt zu halten.

Auch Siemens Mobility unterstreicht die strategische Bedeutung des Projekts. «Wir schaffen gemeinsam mit Stadler das weltweit grösste offene Bahnsystem mit automatisiertem Zugbetrieb. Neben den Zügen liefern wir intelligente Mobilitätslösungen wie Railigent X und innovative Technologien wie unser Air-Free-Bremssystem», sagt Michael Peter, CEO von Siemens Mobility.

Die neuen Züge zeichnen sich durch ein offenes, barrierefreies Interieur, grosse Fensterflächen und flexible Mehrzweckbereiche aus. Bei einer Länge von 56 Metern bieten sie 120 Sitzplätze, 36 Klappsitze und rund 300 Stehplätze. Breite Einstiegsbereiche, ebenerdiger Zugang mit ausfahrbaren Trittstufen sowie optimierte Fahrgastinformationssysteme sorgen für einen schnellen Fahrgastwechsel und hohen Komfort.

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Technologisch setzt das Projekt neue Massstäbe. Das Air-Free-Bremssystem von Siemens Mobility verzichtet vollständig auf pneumatische Komponenten, reduziert das Fahrzeuggewicht und senkt den CO₂-Fussabdruck um mehr als 50 Prozent. In Kombination mit modernen Antriebssystemen leistet dies einen wesentlichen Beitrag zu einem energieeffizienten Bahnbetrieb.

Parallel zur Fahrzeugbeschaffung rüstet Siemens Mobility das gesamte 170 Kilometer lange S-Bahn-Netz Kopenhagen mit der CBTC-Lösung Trainguard MT auf die höchste Automatisierungsstufe GoA4 aus. Die vollständige fahrerlose Betriebsaufnahme ist bis 2033 geplant.

«Mit diesen neuen Zügen führen wir die ikonische Designtradition der Kopenhagener S-Bahn fort und verbinden sie mit zukunftsweisender Technologie», sagt Ansgar Brockmeyer, stellvertretender Group CEO von Stadler. Der Auftrag habe grosse strategische Bedeutung für den weiteren Ausbau der Präsenz in Nordeuropa.

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