Bernina verlagert Teile der Produktion nach Thailand
Text: pd/stz.
Die Bernina International AG mit Sitz in Steckborn hat das Konsultationsverfahren zur geplanten Verlagerung von Produktionsbereichen abgeschlossen. Nach Prüfung der eingebrachten Vorschläge und einem konstruktiven Dialog mit der Mitarbeitervertretung hat die Geschäftsleitung entschieden, die Fertigung teilweise ins bestehende Werk in Thailand zu verlagern.
Betroffen sind 27 Mitarbeiter. Für sie tritt der bestehende Sozialplan in Kraft, der durch zusätzliche unterstützende Massnahmen ergänzt wird. Für zwei der betroffenen Personen konnten interne Anschlusslösungen gefunden werden. Die übrigen 25 Mitarbeiter werden bei der Stellensuche begleitet und unterstützt.
Bereits am 12. Januar hatte Bernina kommuniziert, dass eine Verlagerung der Fertigung maximal 40 Personen betreffen würde. Hintergrund des Entscheids sind weiterhin herausfordernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Insbesondere die anhaltende Frankenstärke sowie der schwache US-Dollar setzen das Unternehmen unter Druck.
Konkret werden die Montage des Modells Bernina 990 sowie Teile der mechanischen Fertigung von Steckborn in das firmeneigene Werk Bernina Thailand verlagert. Prototypenbau sowie das Logistikzentrum für Zubehör und Ersatzteile verbleiben in Steckborn.
Ab Mai wird das Modell Bernina 990 im Werk in Thailand hergestellt. Das Werk besteht seit 1990, befindet sich im Besitz der Bernina Textilgruppe, steht unter Schweizer Leitung und wurde in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich modernisiert und ausgebaut. Es gilt als eines der technologisch führenden Werke für Haushaltsnähmaschinen weltweit.
«Wir sind verpflichtet, den langfristigen Erfolg von Bernina zu sichern. Die Verlagerung ermöglicht es uns, gegenüber unserer internationalen Konkurrenz langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben», sagt CEO Kai Hillebrandt. Die USA sind für Bernina der wichtigste Absatzmarkt. Im Jahr 2024 wurden 73,1 Prozent des Gruppenumsatzes in den USA erzielt. Die starke Aufwertung des Frankens gegenüber dem US-Dollar und anderen Währungen belastet das Unternehmen erheblich.
Trotz der Produktionsverlagerung bleibt die Verankerung in der Schweiz zentral. Am Standort Steckborn sind weiterhin mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt. Entwicklung, Qualitätsmanagement, Prototypenbau, Teile des Testings, Verwaltungsfunktionen sowie der zentrale Zubehör- und Ersatzteillogistik-Hub bleiben dauerhaft in Steckborn angesiedelt.