Wenn Q4 zur Belastungsprobe wird
Text: pd/stz.
Anne Knapp, welche Herausforderungen begegnen Ihnen am häufigsten?
«Viele Unternehmen kämpfen mit knappen Ressourcen und engen Zeitplänen. Gleichzeitig gehen durch Personalwechsel wichtiges Wissen und Routinen verloren. Diese Kombination trifft den Jahresabschluss besonders stark.»
Welche Fehler kosten am meisten Zeit und Geld?
«Oft wird unterschätzt, wie viel im vierten Quartal parallel läuft: Budgetfinalisierung, Forecasts, Zwischenrevision, Inventurvorbereitung und bereits erste Abschlussarbeiten. Kommen Sonderthemen mit zusätzlichen Deadlines dazu und ist das Team nicht stabil aufgestellt, entstehen schnell Engpässe und Druck.»
Wo geraten Finanzabteilungen typischerweise am stärksten unter Druck?
«Genau in dieser Parallelität. Alles startet fast gleichzeitig, vieles ist zeitkritisch. Früh spürbar wird das durch Nervosität im Team oder vermehrte krankheitsbedingte Ausfälle.»
Welche Sofortmassnahmen empfehlen Sie für einen sauberen Abschluss?
«Erstens: die notwendigen Ressourcen für das vierte Quartal und das erste Quartal des Folgejahres rechtzeitig und realistisch prüfen. Zweitens: Standardthemen klar von Sonderthemen trennen und klären, ob das notwendige Wissen intern vorhanden ist.»
Welche Rolle kann externe Unterstützung spielen?
«Ein gezielter Interim-Einsatz kann den Druck im Team deutlich reduzieren. Externe Unterstützung bringt Fokus auf einzelne Themen, entlastet die Mitarbeiter und sorgt dafür, dass der Abschluss qualitativ hochwertig und revisionssicher erfolgt.»
Was motiviert Sie persönlich an Einsätzen rund um den Jahresabschluss?
«Mich reizt das Gesamtbild einer Unternehmung im Abschluss sowie sauberes Arbeiten, eine reibungslose Revision und die enge Zusammenarbeit auf ein klares Ziel hin.»
Gibt es ein Beispiel, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
«Bei meinem letzten Kundeneinsatz war ein Abschluss im Januar lange nicht realistisch. Durch klare Planung, gezielte Führung des Teams, den Einsatz eigener Erfahrung und eine offene Kommunikation mit allen Stakeholdern konnte das erreicht werden.»
Der Jahresabschluss muss also kein Kraftakt sein?
Nein. Mit der richtigen Vorbereitung wird er zum klaren Abschluss statt zur offenen Baustelle.