Walter Zoo verschiebt Baustart für sein grösstes Projekt
Text: pd/stz.
Mit einem zweigeschossigen Artenschutzhaus plant der Walter Zoo das grösste Bauprojekt seiner Geschichte. Herzstück ist eine naturnah gestaltete Höhlenlandschaft, in der Besucher auf einer Bootsfahrt das natürliche Leuchten australischer Glühwürmchen erleben sollen. Nach Angaben des Zoos wäre eine solche Präsentation erstmals in einem europäischen Zoo zu sehen.
Bis zur Umsetzung bleibt allerdings eine Finanzierungslücke von rund 7,28 Millionen Franken. Die Mittelbeschaffung gestaltet sich anspruchsvoller als ursprünglich erwartet. Zudem könnten die finanziellen Rahmenbedingungen und Sparmassnahmen der öffentlichen Hand die Möglichkeiten für Unterstützungsbeiträge beeinflussen. Vor diesem Hintergrund hat der Zoo den geplanten Baustart um ein Jahr verschoben.
Hinter den Kulissen schreitet die praktische Arbeit unterdessen voran. In den vergangenen Monaten entstand eine kleine Sandsteinhöhle. Dort konnte mit einigen Larven erstmals beobachtet werden, wie ihr natürliches Leuchten unter kontrollierten Bedingungen sichtbar wird. Für den Zoo ist dies ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur geplanten Glühwürmchenhöhle.
«Die Zucht von Glühwürmchen bleibt anspruchsvoll und bewegt sich in vielen Bereichen wissenschaftlich noch im Neuland. Gerade deshalb ist das Projekt von besonderer Bedeutung. Die gewonnenen Erkenntnisse schaffen Grundlagen, die weit über den Zoo hinaus Wirkung entfalten können – für die Forschung, den Artenschutz und das Verständnis eines sensiblen Ökosystems», erklärt Karin Federer, Vorsitzende der Geschäftsleitung und Direktorin des Walter Zoos.
Das neue Haus soll Faszination und Wissensvermittlung verbinden. Während im Untergeschoss die Biolumineszenz – die Fähigkeit von Lebewesen, selbst Licht zu erzeugen – im Mittelpunkt steht, geht es zugleich um die Bedeutung natürlicher Dunkelheit und deren Schutz. Die Besucher sollen erfahren, welchen Bedrohungen nachtaktive Tiere ausgesetzt sind und weshalb ihre Lebensräume erhalten werden müssen.
Das Erdgeschoss widmet sich dem globalen Artenschutz. Im Zentrum steht die internationale Bewegung «Reverse the Red», die sich für die Erholung bedrohter Tier- und Pflanzenarten einsetzt. Interaktive Ausstellungen und konkrete Artenschutzprojekte sollen zeigen, wie jeder Einzelne zum Erhalt der Biodiversität beitragen kann.
Die «Höhle der lebenden Lichter» ist Teil des Masterplans 2040 und bildet die zweite Entwicklungsetappe des Zoos. Trotz des verschobenen Baustarts hält der Walter Zoo an seinem Ziel fest: Es soll ein Ort mit überregionaler Ausstrahlung entstehen, der Menschen für die Natur begeistert und einen konkreten Beitrag zum Schutz bedrohter Arten leistet.
Der 1961 gegründete «Tierli Walter» beherbergt rund 1000 Tiere aus 100 Arten und zählt jährlich rund 280’000 Besucher. Die Walter Zoo AG beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter. Mit der Wildvogelpflegestation St.Gallen und der Igelpflegestation in Gossau engagiert sie sich auch für einheimische Wildtiere.
Weitere Informationen: www.das-leuchtturmprojekt.ch