St.Gallen

Aus einem Franken wird eine Million

Aus einem Franken wird eine Million
Elia Heule, Leiter Zoologie und Artenschutz
Lesezeit: 2 Minuten

Seit Juni 2020 erhebt der Walter Zoo in Gossau beim Eintritt einen Artenschutzfranken. Nun wurde die Millionenmarke erreicht. Das Geld fliesst vollständig in ausgewählte Projekte, die bedrohte Tierarten direkt in ihren natürlichen Lebensräumen schützen.

Text: pd/stz.

Der «Tierli Walter» hat den millionsten Artenschutzfranken eingenommen. Seit der Einführung im Juni 2020 leisten die Besucher mit jedem Eintritt einen Beitrag an internationale und einheimische Artenschutzprojekte.

«Dieser Meilenstein gehört unseren Besuchern», sagt Elia Heule, Leiter Zoologie und Artenschutz sowie Mitglied der Geschäftsleitung des Walter Zoos. «Mit jedem Artenschutzfranken, den sie beim Zooeintritt bezahlen, leisten sie einen direkten Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume. Dass wir gemeinsam in nur wenigen Jahren eine Million Franken für den weltweiten In-situ-Artenschutz sammeln konnten, macht uns ausserordentlich stolz und bestärkt uns in unserer Vision des Artenschutzes.»

Langfristiges Engagement vor Ort

Der Walter Zoo verbindet die Haltung und Zucht bedrohter Tierarten mit deren Schutz in der Natur. Gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen werden Lebensräume gesichert, Ranger ausgebildet, wissenschaftliche Projekte durchgeführt und die lokale Bevölkerung in den Naturschutz einbezogen.

Zu den langfristig unterstützten Projekten gehören der Schutz wildlebender Amurtiger und Amurleoparden in Asien sowie der Erhalt von Schimpansen in Sierra Leone und weiteren Teilen Afrikas. Daneben fördert der Zoo Projekte für Glühwürmchen, Amphibien und Gürteltiere sowie für einheimische Tierarten wie den Braunbrustigel.

Die Zusammenarbeit ist auf mehrere Jahre ausgerichtet. Der Walter Zoo begleitet die ausgewählten Projekte langfristig und unterstützt sie gezielt.

Der Zoo schützt die letzten rund 500 Amurtiger

Der «Tierli Walter» ist seit Jahren der bedeutendste zoobasierte Unterstützer der WildCats Conservation Alliance. Diese engagiert sich für den Schutz der letzten rund 500 wildlebenden Amurtiger.

In Sierra Leone trägt der Artenschutzfranken zur Sicherung des Wildtierkorridors Jaibui Island bei. Dieser bildet die einzige Verbindung zwischen den UNESCO-Welterbegebieten Tiwai und Gola im Süden des Landes. Die Region gehört zu den letzten Rückzugsgebieten bedrohter Tierarten wie Westafrikanischer Schimpansen, Zwergflusspferde und Jentink-Ducker.

Mit dem Center for Species Survival for Fireflies verstärkt der Walter Zoo zudem sein Engagement für den Schutz von Leuchtkäfern. Das Zentrum ist das erste seiner Art in der Schweiz und widmet sich einer Tiergruppe, die in der internationalen Naturschutzarbeit bislang wenig Beachtung fand.

Mattes Films  

Erhaltungszucht bildet die zweite Säule

Neben dem In-situ-Artenschutz engagiert sich der Walter Zoo auch im Ex-situ-Artenschutz. Als Mitglied der European Association of Zoos and Aquaria beteiligt er sich an zahlreichen Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen.

Ziel dieser wissenschaftlich koordinierten Programme ist es, genetisch gesunde Reservepopulationen bedrohter Tierarten aufzubauen und langfristig zu erhalten. Damit ergänzt die Erhaltungszucht im Zoo den Schutz der Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen.

Der 1961 von Walter und Edith Pischl gegründete Walter Zoo beherbergt rund 1000 Tiere aus 100 Arten und zählt jährlich rund 275’000 Besucher. Die Walter Zoo AG beschäftigt heute mehr als 100 Mitarbeiter.

Auch interessant

Vom Tierpark zum Motor für Artenschutz
Wirtschaft

Vom Tierpark zum Motor für Artenschutz

Projekt mit Strahlkraft – die Glühwürmchenhöhle im Walter Zoo
Advertorial

Projekt mit Strahlkraft – die Glühwürmchenhöhle im Walter Zoo

Karin Federer neue Präsidentin und Geschäftsführerin von «Zooschweiz»
St.Gallen

Karin Federer neue Präsidentin und Geschäftsführerin von «Zooschweiz»