Ostschweizer Berufstalente holen zweimal Gold
Text: stz.
Einen besonderen Erfolg feiert Cyrill Koller: Der Informatiker der Bühler AG gewinnt gemeinsam mit dem Winterthurer Automatiker Ian Hofer aus Turbenthal die Disziplin «Industry 4.0». Mit 747 Punkten setzt sich das Duo vor China und Brasilien durch. Koller und Hofer erhalten zudem die Auszeichnung «Best of Nation» für das punktbeste Ergebnis innerhalb des Schweizer Teams. Damit kommt einer der erfolgreichsten Schweizer Berufsathleten dieser Weltmeisterschaft aus dem Kanton St.Gallen.
Für einen weiteren St.Galler Podestplatz sorgt Robin Hollenstein. Der Maurer aus Bütschwil gewinnt im Wettbewerb «Bricklaying» mit 734 Punkten Silber hinter dem chinesischen Teilnehmer Ruiqiang Huang. Hollenstein arbeitet bei der Oberhänsli Bau AG in Mosnang und hatte sich mit dem Schweizermeistertitel 2025 für Shanghai qualifiziert. Begleitet wird er von Experte Ruedi Signer, der 1997 bei den WorldSkills in St.Gallen selbst Weltmeister im Mauern wurde.
Der zweite Ostschweizer Weltmeistertitel geht in den Thurgau. Sandro Amrhein aus Balterswil gewinnt Gold in der Disziplin «Heavy Vehicle Technology». Der Baumaschinenmechaniker der Kuhn Schweiz AG in Lommis erreicht 745 Punkte und setzt sich vor den Konkurrenten aus China und Australien durch. Sein Erfolg bringt auch einem weiteren Ostschweizer Ausbildungsbetrieb internationale Aufmerksamkeit.
Besonders knapp am Podest vorbei führt der Wettkampf für Svenja Simmerle aus Schmerikon. Die Floristin erreicht mit 723 Punkten den fünften Rang; die beiden Bronzemedaillengewinner liegen mit jeweils 724 Punkten unmittelbar vor ihr. Simmerle erhält eine «Medal of Excellence». Bereits bei der Eröffnungsfeier hatte sie eine besondere Aufgabe übernommen: Sie führte die Schweizer Delegation als Fahnenträgerin an.
Auch Lars Blumer aus Hauptwil und Julian Fürer aus Zuckenriet werden mit einer «Medal of Excellence» ausgezeichnet. Blumer, Konstrukteur bei Bühler, belegt im technischen Zeichnen mit CAD Rang sechs. Fürer, Anlagen- und Apparatebauer bei der Bischof Anlagenbau AG, erreicht im Schweissen Rang 18. Damit kehren sämtliche sechs Teilnehmer aus St.Gallen und dem Thurgau mit einer Medaille oder einer Exzellenzauszeichnung zurück.
Die Schweizer Gesamtbilanz umfasst vier Gold-, zwei Silber- und sechs Bronzemedaillen sowie 23 Exzellenzauszeichnungen. Das Nationalteam trat mit 42 Berufstalenten in 38 Disziplinen an und erreichte hinter China und Südkorea den dritten Platz in der Nationenwertung. Damit erfüllte es seine beiden Ziele: einen Platz unter den besten drei Ländern und den Spitzenrang innerhalb Europas.
Hinter den Erfolgen stehen Monate intensiver Vorbereitung. Rund 1000 Trainingsstunden pro Talent waren dafür vorgesehen, unterstützt von Betrieben, Berufsverbänden und Experten. Die Resultate machen damit auch die Ausbildungsarbeit der Unternehmen sichtbar. Wie Swissmem-Projektleiter Olivier Habegger nach dem Wettbewerb betont: «Eine solche Leistung ist nur als Team möglich.»
Die regionalen Ergebnisse im Überblick:
| Teilnehmer | Wohnort | Disziplin | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Cyrill Koller | Rossrüti SG | Industry 4.0, mit Ian Hofer ZH | Gold und «Best of Nation» |
| Robin Hollenstein | Bütschwil SG | Maurer | Silber |
| Svenja Simmerle | Schmerikon SG | Floristik | Rang 5, «Medal of Excellence» |
| Julian Fürer | Zuckenriet SG | Schweissen | Rang 18, «Medal of Excellence» |
| Sandro Amrhein | Balterswil TG | Baumaschinentechnik | Gold |
| Lars Blumer | Hauptwil TG | Mechanical Engineering CAD | Rang 6, «Medal of Excellence» |