St.Gallen

Ukraine verhängt Sanktionen gegen Rheintaler Tech-Unternehmen

Ukraine verhängt Sanktionen gegen Rheintaler Tech-Unternehmen
Der Firmensitz der NVS Technologies AG in Montlingen
Lesezeit: 2 Minuten
Die Ukraine hat Sanktionen gegen eine Technologiefirma mit Sitz in Montlingen erlassen. Das Unternehmen ist auf Satellitennavigation spezialisiert. Das Unternehmen beteuert seine Unschuld und betont, dass die Geschäfte wegen der Anschuldigungen massiv eingebrochen seien.

Text: rheintal24.ch

Diese Woche hat die Ukraine neue Sanktionen gegen 181 Personen und 185 Unternehmen angekündigt, darunter gegen die in Montlingen ansässige Schweizer Firma NVS Technologies AG, teilt der «Blick» mit. NVS habe mit Vasily Engelsberg einen CEO mit russischer Staatsbürgerschaft.

In einem auf der Regierungswebseite veröffentlichten Dekret wird mitgeteilt, dass die Sanktionslisten an die zuständigen Regierungen übermittelt würden – und damit auch an die Schweiz.

Einschneidende Massnahmen

Unter den sanktionierten Unternehmen wird als 48. die auf Satelliten-Navigation spezialisierte Ostschweizer Firma NVS Technologies aufgeführt.

Das präsidiale Dekret listet 15 Massnahmen gegen die Firma auf: Nicht näher bezeichnete Vermögenswerte des Unternehmens werden eingefroren, Lizenzen ausgesetzt und ein vollständiges Tätigkeitsverbot für NVS Technologies erlassen, teilt der «Blick» weiter mit. Weiter werden dem Unternehmen auch die militärische Beschaffung von Waren, Arbeiten und Dienstleistungen untersagt und sämtliche Verträge und Projekte beendet.

Technologie aus Montlingen im Kriegseinsatz?

Weshalb wirtschaftliche und andere restriktiven Massnahmen ergriffen wurden, führt die neue Sanktionsliste der Ukraine nicht im Detail aus. 

Gegenüber TVO bezieht hingegen das Unternehmen Stellung: So habe es Ende 2022 von unabhängigen Journalisten erfahren, dass aus unbekannten Gründen eine kleine Drohne russischer Herkunft mit einer an Bord befindlichen Fotokamera auf ukrainischem Gebiet abgestürzt sei. «In der Elektronik dieser Drohne wurde ein Navigationsmodul von NVS entdeckt.» NVS Technologies geht davon aus, dass dieses Modul zweckentfremdet wurde.

Das Rheintaler Unternehmen machte vor Kriegsbeginn sowohl mit Russland als auch mit der Ukraine Geschäfte. Seit dem Kriegsausbruch gehöre dies allerdings der Vergangenheit an. Dass nun Material der Firma im Kriegsgebiet gefunden wurde, könnte ihr das Genick brechen.

Das Unternehmen stehe praktisch vor dem Bankrott, teilt NVS Technologies gegenüber TVO mit. Das Umsatzvolumen sei für die Jahre 2022 und 2023 um mehr als das Fünffache gesunken. Und dies, obwohl das Unternehmen mehrmals die notwendigen Unterlagen vorgelegt habe, welche bestätigen, dass NVS den gesetzlichen Anforderungen entspreche und bisher keine weiteren Beispiele für die unsachgemässe Verwendung ihrer Module in Kriegsgebieten vorgelegt wurden.

Die Verantwortlichen vermuten gemäss TVO, dass jemand die Navigationssysteme zivil gekauft und dann der russischen Armee weitergegeben habe.

Auch interessant

Janka gibt St.Galler Berufsnachwuchs Rückenwind
St.Gallen

Janka gibt St.Galler Berufsnachwuchs Rückenwind

Raiffeisen rechnet mit stabilen Hypothekarzinsen
St.Gallen

Raiffeisen rechnet mit stabilen Hypothekarzinsen

Cohaga lanciert weltweit erstes KI-Firmenverzeichnis
St.Gallen

Cohaga lanciert weltweit erstes KI-Firmenverzeichnis