Swissmem stoppt Fusion mit Swissmechanic
Text: pd/stz.
Ein gemeinsamer Verband für die Schweizer Tech-Industrie: Dieses Ziel hatten Swissmem und Swissmechanic mit ihrem im Frühjahr 2026 gestarteten Fusionsprojekt verfolgt. Nun hat Swissmem das Vorhaben beendet. Aus Sicht des Verbands fehlt die nötige Basis für einen national geeinten Verband mit regionaler Präsenz.
Die Swissmechanic-Delegiertenversammlung hatte am Samstag, 24. Oktober, zwar mehrheitlich einen positiven Grundsatzentscheid zur Fusion gefällt. Zwei gewichtige Regionalsektionen sprachen sich jedoch dagegen aus. Zudem lehnte der Westschweizer Regionalverband GIM die Übernahme der ausgehandelten Statuten und Verträge ab.
Für den Swissmem-Vorstand war die grundsätzliche Unterstützung aller Regionalsektionen eine Voraussetzung für den Zusammenschluss. Ohne diese Rückendeckung sieht der Verband keine ausreichende Aussicht darauf, dass genügend Swissmechanic-Mitgliedfirmen in die gemeinsame Organisation wechseln würden.
Zusammenarbeit in Berufsbildung bleibt
«Ohne Aussicht auf den Übertritt eines grossen Teils der Swissmechanic-Firmen in den gemeinsamen Verband lässt sich die Fusion aber nicht stemmen», sagt Swissmem-Präsident Martin Hirzel. Er verweist auch auf finanzielle Risiken: Angesichts des grossen Zuwachses an Kleinstfirmen wäre aus seiner Sicht die Finanzierung der bisherigen Qualität der Verbandsaktivitäten gefährdet gewesen.
Mit der Fusion wollten die beiden Organisationen ihr Dienstleistungsangebot ausbauen, die politische Schlagkraft der Branche erhöhen und den Industriestandort Schweiz stärken. Swissmem bedauert das Scheitern und dankt insbesondere dem Präsidenten und dem Direktor von Swissmechanic für ihr Engagement und das aufgebaute Vertrauen.
Bestehen bleibt die Zusammenarbeit in der Berufsbildung. Ihre Aktivitäten in der nationalen beruflichen Grundbildung hatten die beiden Verbände bereits Anfang 2026 unter dem Dach von Swissmem gebündelt. «Die gemeinsame Arbeit mit Swissmechanic im Bildungsbereich werden wir natürlich mit vollem Engagement weiterführen», sagt Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher.
Swissmem vertritt über 1500 Mitgliedfirmen. Der Verband will sich weiterhin insbesondere für gute Rahmenbedingungen, offene Märkte, genügend Fachkräfte und eine starke Berufsbildung einsetzen.