Thurgau

MEM-KMU sehen Lichtblicke, doch Fachkräfte fehlen

MEM-KMU sehen Lichtblicke, doch Fachkräfte fehlen
Swissmechanic mit Sitz in Weinfelden vertritt mehr als 1300 Betriebe der Schweizer KMU-MEM-Industrie
Lesezeit: 2 Minuten

Das Geschäftsklima in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie hat sich im zweiten Quartal 2026 leicht verbessert. Von einer Trendwende will Swissmechanic jedoch noch nicht sprechen: Rund zwei Drittel der MEM-KMU beurteilen ihre Lage weiterhin als ungünstig. Gleichzeitig verschärft sich die Suche nach Fachkräften und geeigneten Lernenden.

Text: pd/stz.

Der Geschäftsklimaindex von Swissmechanic ist im zweiten Quartal 2026 auf rund minus 20 Punkte gestiegen. Damit erreicht er den besten Stand seit dem Frühjahr 2024. Auch weitere Kennzahlen senden erstmals seit längerer Zeit positive Signale: Die Exporte wachsen bereits das vierte Quartal in Folge, die Kapazitätsauslastung liegt erstmals seit Ende 2023 wieder auf dem langjährigen Durchschnitt und der Einsatz von Kurzarbeit ist deutlich zurückgegangen.

Für eine Entwarnung ist es nach Einschätzung des Verbands der KMU-MEM-Industrie dennoch zu früh. Noch immer beurteilen rund zwei Drittel der befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als ungünstig. Die Erholung steht damit auf einem schmalen Fundament.

«Unsere Unternehmen beweisen einmal mehr ihre Widerstandskraft», sagt Swissmechanic-Präsident Nicola Tettamanti. «Die ersten positiven Signale sind erfreulich. Für eine nachhaltige Trendwende braucht es jedoch stabile wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und verlässliche Perspektiven für unsere KMU.»

Fachkräftemangel gewinnt wieder an Brisanz

Während die Sorgen um die Auftragslage leicht abnehmen, rückt der Fachkräftemangel wieder stärker in den Vordergrund. Bereits jeder dritte Betrieb zählt ihn zu seinen grössten Herausforderungen. Dabei beginnt das Problem für viele Unternehmen lange vor der Besetzung einer offenen Fachstelle: Zunehmend schwierig gestaltet sich bereits die Suche nach geeigneten Lernenden.

Der aktuelle Wirtschaftsbarometer von Swissmechanic zeigt erstmals detailliert, welchen Stellenwert die Berufsbildung für die MEM-KMU besitzt. Rund zwei Drittel der Betriebe bilden Lernende aus und betrachten die Lehrlingsausbildung als festen Bestandteil ihrer Personalstrategie. Damit leisten die Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des eigenen Nachwuchses und des Schweizer Werkplatzes.

Gleichzeitig erhalten viele Betriebe zu wenige Bewerbungen auf ihre ausgeschriebenen Lehrstellen. Andere finden keine Kandidaten, welche die erforderlichen schulischen Voraussetzungen erfüllen. Die Nachwuchssicherung entwickelt sich damit zu einer der zentralen Zukunftsaufgaben der Branche.

«Der Fachkräftemangel beginnt nicht erst bei offenen Stellen. Er beginnt dort, wo Lehrstellen nicht mehr mit den passenden jungen Menschen besetzt werden können», sagt Swissmechanic-Direktor Erich Sannemann. «Wer heute in die Berufsbildung investiert, sichert die Fachkräfte von morgen.»

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