Stadler erhält 117-Millionen-Auftrag aus Fribourg
Text: pd/stz.
Stadler kann einen weiteren Auftrag für seine jüngste FLIRT-Generation verbuchen. Die Transports publics fribourgeois TPF haben beim Thurgauer Schienenfahrzeughersteller 13 vierteilige FLIRT-Evo-Triebzüge bestellt. Mit ihnen modernisieren die TPF ihre normalspurige Regionalverkehrsflotte und ersetzen nach und nach die bisherigen Domino-Züge.
Die neuen Fahrzeuge sind speziell auf den Regionalverkehr mit zahlreichen Halten und vergleichsweise kurzen Distanzen ausgelegt. Breite Türen ermöglichen einen raschen Fahrgastwechsel, eine hohe Beschleunigungs- und Bremsleistung soll zur Fahrplanstabilität beitragen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 Kilometer pro Stunde.
Platz für 369 Fahrgäste
Jeder der 13 Züge ist 73,5 Meter lang und bietet 164 Sitzplätze. Einschliesslich Stehplätzen können insgesamt 369 Fahrgäste transportiert werden. Grosszügige Multifunktionsbereiche schaffen zusätzlichen Raum für Velos, Kinderwagen und Gepäck.
Die Fahrzeuge sind vollständig barrierefrei. Stufenlose Einstiege, ebene Übergänge zwischen den Einstiegsbereichen, Rollstuhlplätze und barrierefreie Toiletten sollen Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine selbstständige Nutzung ermöglichen. Moderne Fahrgastinformationssysteme und zahlreiche Steckdosen ergänzen die Ausstattung.
«Wir freuen uns sehr auf die Inbetriebnahme dieser neuen Züge. Komfortabel, mit modernster Technologie ausgestattet und mit hoher Kapazität versehen, werden uns die FLIRT Evo dabei helfen, dem steigenden Fahrgastaufkommen auf unseren Linien gerecht zu werden», sagt Serge Collaud, Generaldirektor der TPF.
TPF profitieren von SBB-Konditionen
Die Anschaffungskosten für die 13 Züge belaufen sich auf 117 Millionen Franken. Die TPF konnten dabei von Optionen und Konditionen profitieren, welche die SBB im Rahmen einer umfassenden Ausschreibung im Jahr 2021 ausgehandelt hatten.
«Die 13 vierteiligen Züge bilden die Grundlage für einen noch attraktiveren Regionalverkehr im Kanton Freiburg», sagt Christian König, stellvertretender Verkaufsleiter bei Stadler. «Die Reisenden dürfen sich auf helle und komfortable Fahrzeuge mit moderner Ausstattung freuen.»
Erste Züge ab Ende 2028
Der erste FLIRT Evo soll im Dezember 2028 den kommerziellen Betrieb auf dem TPF-Netz aufnehmen. Anschliessend ist ungefähr alle zwei Monate die Inbetriebnahme eines weiteren Zuges vorgesehen.
Mit der Auslieferung beginnt gleichzeitig die schrittweise Ausmusterung der Domino-Züge. Langfristig soll die normalspurige TPF-Flotte aus acht FLIRT und 13 FLIRT Evo bestehen. Hinzu kommen zehn FLIRT auf der meterspurigen Strecke Montbovon–Palézieux.
Für Stadler ist der Auftrag ein weiterer Erfolg mit der jüngsten Generation seiner international erfolgreichen FLIRT-Familie – und bringt dem Produktionsstandort Bussnang einen Auftrag im dreistelligen Millionenbereich.