Thurgau

Stadler fährt mit sieben Neuheiten nach Berlin

Stadler fährt mit sieben Neuheiten nach Berlin
Der Akku-Flirt für die ÖBB
Lesezeit: 4 Minuten

Vom weltweit ersten Wasserstoffzug für italienische Schmalspurstrecken bis zur in Rekordzeit gebauten EURO-DuFour-Lokomotive für SBB Cargo: Der Schienenfahrzeugbauer Stadler präsentiert an der InnoTrans 2026 sieben Fahrzeuge für fünf Länder. Mehrere der ausgestellten Züge entstehen in Bussnang, Altenrhein und St.Margrethen.

Text: pd/stz.

Vom 22. bis 25. September 2026 wird Berlin erneut zum internationalen Treffpunkt der Bahnbranche. An der InnoTrans, der weltweit grössten Fachmesse für Verkehrstechnik, zeigt Stadler sieben Schienenfahrzeuge für Deutschland, Österreich, Italien, Norwegen und die Schweiz. Daneben präsentiert das Unternehmen Neuheiten aus den Bereichen Service, Signaltechnik und Automation.

Mit mehr als 170’000 Besuchern besitzt die InnoTrans für Stadler eine zentrale Bedeutung. Das Unternehmen nutzt die Messe, um seine jüngsten Entwicklungen vorzustellen, Kontakte zu vertiefen und Impulse aus dem internationalen Markt aufzunehmen.

«Jedes Fahrzeug erzählt seine eigene Geschichte und ist im engen Austausch mit unseren Kunden entstanden», sagt Ansgar Brockmeyer, Leiter Verkauf und Marketing sowie stellvertretender Group CEO von Stadler. Diese Partnerschaften seien der Schlüssel für innovative Lösungen, die sich im Alltag bewährten und auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnitten seien.

Die EURO DuFour
Die EURO DuFour

EURO DuFour senkt Energieverbrauch

Zu den Höhepunkten gehört die neue EURO-DuFour-Lokomotive für SBB Cargo Schweiz. Nur zwei Jahre nach der Vertragsunterzeichnung an der InnoTrans 2024 präsentiert Stadler die im spanischen Werk Valencia fertiggestellte Lokomotive.

Die moderne vierachsige Mehrsystemlokomotive verbraucht rund 15 Prozent weniger Energie als die heutige Flotte von SBB Cargo. Ein neu entwickeltes Drehgestell mit integrierter Radsatzsteuerung soll zudem den Verschleiss der Schienen um bis zu 20 Prozent reduzieren. Dies senkt sowohl die Betriebskosten der Lokomotive als auch den Aufwand für die Instandhaltung der Infrastruktur.

Tag der Lernenden St.Gallen  
Der FLIRT Nordic Express
Der FLIRT Nordic Express

Fernverkehrszüge aus Altenrhein

Mit dem FLIRT Nordic Express für die norwegische Norske tog AS zeigt Stadler einen Fernverkehrszug, der speziell für die anspruchsvollen klimatischen Bedingungen Norwegens entwickelt wurde. Die einstöckigen Triebzüge eignen sich für Tages- und Nachtfahrten und bieten bis zu 464 Sitzplätze.

Zur Ausstattung gehören Schlafabteile mit zwei oder vier Betten, verstellbare Liegesitze sowie Bistro- und Familienbereiche. Je nach Einsatzgebiet verkehren die Züge elektrisch oder mit einem bimodalen Elektro-Diesel-Antrieb. Gebaut werden sie im Stadler-Werk in Altenrhein. In Berlin sind vier Wagen zu sehen, darunter ein Bistro-Wagen, ein Familien- und Spielwagen sowie zwei Personenwagen mit Standard- und Liegesitzen.

Der Wasserstoffzug für die ARST
Der Wasserstoffzug für die ARST

Weltneuheit aus Bussnang

Eine Weltneuheit präsentiert Stadler mit dem ersten Wasserstoffzug für italienische Meter- und Schmalspurstrecken. Das am Hauptsitz in Bussnang hergestellte Fahrzeug ermöglicht einen emissionsfreien Betrieb auf nicht elektrifizierten Strecken.

Die Züge sollen künftig auf Sardinien, in Kalabrien und auf Sizilien rund um den Ätna eingesetzt werden. Zehn Wasserstoffzüge sparen gegenüber Dieselzügen nach Angaben von Stadler jährlich mehr als 2100 Tonnen CO₂ ein. Dies entspricht ungefähr den Emissionen von 450 Weltumrundungen mit einem Auto.

Der KISS Railjet
Der KISS Railjet

Zwei ÖBB-Züge aus St.Margrethen

Gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen präsentiert Stadler den KISS Railjet für den Fernverkehr. Die sechsteiligen Doppelstockzüge sind rund 160 Meter lang, erreichen 200 Kilometer pro Stunde und verfügen über 486 Sitzplätze. Damit bieten sie auf den vorgesehenen Verbindungen rund 20 Prozent mehr Sitzplätze als die bisherigen Züge.

Grosszügige Einstiegsbereiche, breite Türen und Niederflurzugänge erleichtern den Fahrgastwechsel. Familienzonen, Ruhebereiche, Fahrradabstellplätze und Catering-Zonen ergänzen die Ausstattung.

Ebenfalls für die ÖBB bestimmt ist der FLIRT Akku. Der Batteriezug ermöglicht einen emissionsfreien Regionalverkehr auf Strecken ohne durchgehende Oberleitung. Unter der Oberleitung werden die Batterien geladen, auf nicht elektrifizierten Abschnitten nutzt der Zug die gespeicherte Energie. Der Wechsel erfolgt während der Fahrt ohne Unterbruch. Sowohl der KISS Railjet als auch der FLIRT Akku werden im Stadler-Werk in St.Margrethen gebaut.

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Das TINA-Tram der Rostocker Strassenbahn
Das TINA-Tram der Rostocker Strassenbahn

Neue Bahnen für Rostock und Stuttgart

Für den Stadtverkehr zeigt Stadler das TINA-Tram der Rostocker Strassenbahn. Der vollständig integrierte Niederflurantrieb ermöglicht einen durchgehend stufenlosen Fahrgastraum. Panoramafenster, Multifunktionsbereiche und moderne Fahrerassistenzsysteme sollen Komfort, Sicherheit und Effizienz erhöhen. Produziert wird das Fahrzeug im polnischen Siedlce.

Das siebte ausgestellte Fahrzeug ist die neue Stadtbahn für die Stuttgarter Strassenbahnen AG. Sie wurde für steile Strecken, Tunnelabschnitte und das komplexe Stuttgarter Netz entwickelt. Ein leistungsfähiger Allachsantrieb gewährleistet auch bei grossen Steigungen eine zuverlässige Traktion. Stufenlose Zugänge, grosszügige Mehrzweckbereiche und ein heller Innenraum erhöhen die Barrierefreiheit und den Reisekomfort. Gebaut wird die Stadtbahn im Stadler-Werk in Berlin.

Die neue Stadtbahn für die Stuttgarter Strassenbahnen AG
Die neue Stadtbahn für die Stuttgarter Strassenbahnen AG

Innovationen über den gesamten Lebenszyklus

Auch am 584 Quadratmeter grossen und zweistöckigen Messestand stellt Stadler Nachhaltigkeit ins Zentrum. Die Holzkonstruktion wurde bereits an der vergangenen InnoTrans eingesetzt und wird 2026 wiederverwendet.

An interaktiven Produktinseln zeigt Stadler digitale Servicelösungen, intelligente Instandhaltung sowie moderne Signal- und Automationssysteme. Modelle und Virtual-Reality-Anwendungen vermitteln, wie das Unternehmen seine Kunden über den gesamten Lebenszyklus eines Schienenfahrzeugs begleitet.

Ergänzt wird der Messeauftritt durch das Stadler Forum mit täglich rund fünf Fachreferaten. Auf dem Programm stehen unter anderem automatisierte Zugbetriebe und Einblicke in den Berufsalltag von Lokführern. Bei geführten Train Tours erhalten Bahninteressierte zudem detaillierte Informationen zu den sieben ausgestellten Fahrzeugen.

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