Stadler schickt ersten neuen «FINK» auf die Schiene
Text: pd/stz.
In der Nacht vom 12. auf den 13. August verliess der erste neue FINK das Stadler-Werk in Bussnang. Auf einem Rollschemel wurde der Zug nach Interlaken Ost transportiert, dort am 13. August abgeladen und anschliessend auf das Netz der Zentralbahn überführt. Von Meiringen aus beginnt nun die Inbetriebnahme mit umfangreichen Typentests.
Dabei wird das Fahrzeug unter realen Betriebsbedingungen auf Herz und Nieren geprüft. Getestet werden unter anderem Fahrverhalten und Bremsleistung, der Zahnrad- und Adhäsionsantrieb, die Fahrzeugsteuerung sowie die Zugsicherung. Nach erfolgreichem Abschluss der Tests soll der neue FINK seine endgültige Zulassung erhalten.
Ab Dezember zwischen Luzern und Engelberg
Der erste Zug soll mit dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2026 in den regulären Fahrgastbetrieb gehen. Vorgesehen ist sein Einsatz zunächst vor allem auf der neuen halbstündlichen Verbindung zwischen Luzern und Engelberg, die ebenfalls zum Fahrplanwechsel eingeführt wird. Die übrigen neun FINK sollen danach schrittweise in Betrieb genommen werden.
Die neuen Züge werden bei Stadler in Bussnang produziert. Jeder FINK bietet insgesamt 128 Sitzplätze, davon 111 in der zweiten und 17 in der ersten Klasse. Die durchschnittliche Produktionszeit pro Zug beträgt laut Stadler rund zehn Monate.
Für den Thurgauer Schienenfahrzeugbauer ist die Auslieferung damit ein weiterer Meilenstein in einem bedeutenden Auftrag. Ab Ende 2027 sollen zusätzlich sieben neue Züge des Typs ADLER zur Flotte der Zentralbahn stossen. Die Beschaffung ist nach Angaben von Stadler die grösste Rollmaterialbeschaffung in der Geschichte der Zentralbahn.
Schweizer Spezialität aus Bussnang
Der FINK ist speziell auf das anspruchsvolle Streckennetz der Zentralbahn zugeschnitten. Die Bahn verbindet Luzern über den Brünig mit Interlaken und erschliesst zudem Engelberg. Auf Teilen des Netzes müssen die Fahrzeuge neben dem normalen Adhäsionsbetrieb auch Zahnradstrecken bewältigen. Stadler gehört weltweit zu den führenden Herstellern solcher Zahnradfahrzeuge.
Für Stadler unterstreicht der Auftrag zugleich die Bedeutung des Produktionsstandorts Bussnang. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 18'000 Mitarbeiter, davon rund 6000 in der Schweiz, und verfügt über acht Produktions- sowie sechs Engineering-Standorte und mehr als 95 Servicestandorte. Der Hauptsitz befindet sich weiterhin im thurgauischen Bussnang.