Holcim, Axpo und Terre Suisse steigen bei Inkoh ein
Text: pd/stz.
Die am 13. August 2026 vollzogene Transaktion stellt die Inkoh AG mit Hauptstandort in Landquart auf eine breitere Basis. Die Zindel United Holding AG verkauft insgesamt 60 Prozent der Inkoh-Aktien an die Holcim (Schweiz) AG, die Axpo Biomasse AG und die Terre Suisse AG. Wie sich die Beteiligung unter den drei neuen Investoren verteilt, wird nicht bekannt gegeben.
Zindel United hält weiterhin 40 Prozent und bleibt damit grösste Einzelaktionärin. Auch das Verwaltungsratspräsidium verbleibt beim Maienfelder Familienunternehmen. Der neue Verwaltungsrat der Inkoh AG besteht aus Präsident Hans-Joachim Demmel von Zindel United sowie Roman Andermatt von Holcim, Nico Peter von Axpo Biomasse und Daniel Bürki von Terre Suisse.
Drei Investoren bündeln ihre Kompetenzen
Mit den neuen Beteiligungsverhältnissen entsteht ein Partnernetzwerk, das Kompetenzen aus der Bauwirtschaft, der Energie- und Biomassebranche sowie der Herstellung von Erden und Substraten zusammenführt. Die Partner wollen CO₂-speichernde Technologien in der Schweiz in grösserem Massstab etablieren und zusätzliche Anwendungen für Pflanzenkohle entwickeln.
«Mit diesen drei renommierten Partnern bestätigt sich der Wert, den wir über Jahre aufgebaut haben. Gemeinsam bringen wir die Inkoh AG jetzt auf die nächste Stufe», sagt Hans-Joachim Demmel, Verwaltungsratspräsident der Inkoh AG.
Andreas Zindel, CEO von Zindel United, sieht im gebündelten Fachwissen der vier Partner einen entscheidenden Vorteil: «Mich freut besonders der gemeinsame Glaube an das Potenzial der Inkoh AG. Mit dem gebündelten Know-how und der Power unserer Partner schaffen wir einen echten Mehrwert und bringen das Unternehmen dorthin, wo es hingehört.»
Pflanzenkohle bindet Kohlenstoff langfristig
Inkoh produziert aus regionaler, naturbelassener Biomasse hochwertige Pflanzenkohle. Bei der sogenannten Pyrolyse wird die Biomasse unter weitgehendem Ausschluss von Sauerstoff thermisch umgewandelt. Ein Teil des darin enthaltenen Kohlenstoffs wird dauerhaft in der Pflanzenkohle gebunden und damit der Atmosphäre entzogen. Gleichzeitig entstehen erneuerbare Wärme und Strom.
Die dauerhafte CO₂-Entnahme wird international als Carbon Dioxide Removal, kurz CDR, bezeichnet. Pflanzenkohle kann unter anderem in der Landwirtschaft, bei der Bodenverbesserung, in Substraten, in Baustoffen und in weiteren technischen Anwendungen eingesetzt werden.
Holcim verbindet mit der Beteiligung insbesondere die Entwicklung dekarbonisierter Baulösungen. «Als Pionier für Pflanzenkohleproduktion in der Schweiz zeigt Inkoh eindrücklich, wie dauerhafte CO₂-Speicherung und nachhaltige Energieerzeugung in Form von Strom und Wärme ineinandergreifen», sagt Roman Andermatt, Verwaltungsratsmitglied der Inkoh AG. Für Holcim sei die Partnerschaft ein strategischer Meilenstein, der den Weg zu dekarbonisierten Baulösungen beschleunige und die steigende Nachfrage nach nachhaltigem Bauen aufnehme.
Axpo bringt Biomassekompetenz ein
Die Axpo Biomasse AG verfügt über langjährige Erfahrung in der Verwertung organischer Abfälle. Das Unternehmen betreibt in der Schweiz Vergärungsanlagen und Kompostierplätze, in denen aus organischen Reststoffen unter anderem erneuerbare Energie, Naturdünger und Kompost entstehen.
«Mit unserem Engagement bei Inkoh leisten wir einen konkreten Beitrag, CO₂ dauerhaft zu binden und regionale Biomasse sinnvoll zu nutzen», sagt Verwaltungsratsmitglied Nico Peter.
Terre Suisse stärkt den Rheintaler Bezug
Mit der Terre Suisse AG ist auch ein Unternehmen aus dem St.Galler Rheintal an Inkoh beteiligt. Das Altstätter Familienunternehmen gehört zu den führenden Schweizer Herstellern hochwertiger Erden, Substrate und Spezialmischungen für den professionellen Garten- und Landschaftsbau, den Produktionsgartenbau sowie den Fachhandel.
Terre Suisse will durch die Beteiligung ihre Kompetenz im Bereich Pflanzenkohle stärken und das Angebot an nachhaltigen Lösungen für Bodenverbesserungen, Stadtbegrünungen und klimaresiliente Begrünungsprojekte ausbauen.
«Die Kombination aus hochwertiger Pflanzenkohle und unserem Substrat-Know-how eröffnet neue Möglichkeiten für zukunftsfähige Begrünungs- und Substratlösungen», sagt Daniel Bürki, Verwaltungsratsmitglied der Inkoh AG. Die Partnerschaft vereine die Stärken spezialisierter Unternehmen und schaffe gute Voraussetzungen, um nachhaltige Produkte und Anwendungen gemeinsam weiterzuentwickeln.