Sefar bündelt Produktion in Heiden
Text: pd/stz.
Die Bauarbeiten für das Grossprojekt «Radix» haben am 13. August 2026 begonnen. Am Hauptsitz in Heiden schafft Sefar einen modernen und energieeffizienten Produktionsstandort, an dem künftig Weberei, Veredlung, Konfektion und Lager räumlich zusammengeführt werden.
Mit dem Projekt «Radix» führt Sefar die bisher in Heiden, Thal und Rheineck angesiedelte Ostschweizer Produktion am Standort Heiden zusammen. Das Werk Wolfhalden war bereits 2023 geschlossen worden. Stellen werden keine abgebaut.
Das über Jahrzehnte gewachsene Standortnetz verursacht hohe Unterhaltskosten, erfordert Transporte zwischen den einzelnen Werken und erschwert moderne Produktionsabläufe. Mit der Bündelung in Heiden will Sefar die Wege verkürzen, die Zusammenarbeit verbessern, die Qualität erhöhen und den CO₂-Fussabdruck reduzieren.
«Mit dem Projekt ‹Radix› ersetzt Sefar die verteilten Flächen durch einen zusammenhängenden, energieeffizienten Standort, an dem Weberei, Veredlung, Konfektion und Lager zusammenrücken», sagt Alain Homberger, Delegierter des Verwaltungsrats der Sefar-Gruppe. «Das neue Werk schafft kürzere Wege, bessere Zusammenarbeit, höhere Qualität und einen kleineren CO₂-Fussabdruck. Damit steigern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit.»
Moderne Fabrik auf vier Geschossen
Das Bauprojekt umfasst einen Neubau mit rund 25’000 Quadratmetern Nutzfläche sowie den Umbau von etwa 12’000 Quadratmetern bestehender Flächen. Der Erweiterungsbau wird 120 Meter lang, 60 Meter breit und vier Geschosse umfassen.
Neben der neuen Weberei entstehen Reinräume, Konfektionsbereiche, Technikflächen, ein Mitarbeiterrestaurant und rund 250 Büroarbeitsplätze. Die Inbetriebnahme des neuen Standorts ist für Sommer 2028 vorgesehen. Die Gesamtprojektleitung liegt bei René Müller und Pascal Turnell. Für die Architektur zeichnet die Bollhalder Walser Architekten AG aus St.Gallen verantwortlich.
Der Projektname «Radix», lateinisch für «Wurzel», verweist auf die mehr als 190-jährige Schweizer Geschichte von Sefar. Zugleich steht er für den Anspruch des Unternehmens, auf seinen industriellen Wurzeln aufzubauen und die Zukunft aktiv zu gestalten. In der Schweiz produziert Sefar seine technisch anspruchsvollsten Gewebe und investiert gezielt in Forschung und Entwicklung.
Eine der grössten Solaranlagen im Kanton
Nachhaltigkeit bildet einen zentralen Bestandteil des Projekts. Auf den Dachflächen entsteht eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund zwei Megawattpeak. Laut Sefar wird sie zu den grössten Anlagen im Kanton Appenzell Ausserrhoden gehören.
Ergänzt wird das Energiekonzept durch Systeme zur Energierückgewinnung und die Einspeisung von Wärme in das Fernwärmenetz Heiden. Damit soll der neue Produktionsstandort wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen verbinden.
Auch die regionale Wirtschaft profitiert vom Bauprojekt. Wo immer möglich, berücksichtigt Sefar Unternehmen aus der Umgebung. So führt beispielsweise die Hohl AG aus Heiden die Tiefbau- und Baumeisterarbeiten aus.
«Mit ‹Radix› bekennen wir uns klar zu Heiden und zum Werkplatz Schweiz», sagt Homberger. «Wir bringen unsere Ostschweizer Produktion an einem modernen Standort zusammen und stärken damit unsere Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft für die kommenden Jahrzehnte.»
Sefar wurde 1830 gegründet und stellt Präzisionsgewebe aus Monofilamenten für den Siebdruck- und Filtrationsmarkt her. Die Produkte kommen unter anderem in der Medizin, der Automobil-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie, im Bergbau, in Raffinerien, in der Luft- und Raumfahrt sowie bei Smart Fabrics zum Einsatz.
Das Unternehmen betreibt Webereien in der Schweiz, Rumänien und Thailand. Über Monosuisse verfügt die Sefar-Gruppe zudem über eine eigene Garnproduktion mit Standorten in der Schweiz, Polen, Rumänien, Mexiko und Deutschland. 2025 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von 346 Millionen Franken.