Ostschweiz

St.Gallen prägt die DeepTech-Landschaft der Ostschweiz

St.Gallen prägt die DeepTech-Landschaft der Ostschweiz
Lesezeit: 2 Minuten

Die Schweiz investiert so viel wie noch nie in DeepTech. Das neue Swiss DeepTech-Dashboard zeigt, wo die Unternehmen sitzen. In der Ostschweiz sticht St.Gallen hervor: Sieben der elf erfassten Unternehmen aus der Region stammen aus dem Kanton.

Text: pd/pas

Deep Tech ist in der Schweiz auf Wachstumskurs. 2025 flossen 2,6 Milliarden Dollar Risikokapital in Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auf wissenschaftlichen oder technologischen Innovationen beruhen. Das entspricht rund einer Verfünffachung innerhalb von zehn Jahren. 63 Prozent des gesamten Schweizer Venture Capitals fliessen in DeepTech - laut Swiss Deep Tech Report 2026 der höchste Anteil weltweit.

Wo diese Unternehmen angesiedelt sind, zeigt das zum Report gehörende Swiss Deep-Tech-Dashboard. Für die Ostschweiz lassen sich darin elf Unternehmen identifizieren. Sieben davon stammen aus dem Kanton St.Gallen, eines aus Appenzell Ausserrhoden, eines aus dem Thurgau und zwei aus Graubünden.

Besonders deutlich ist die Konzentration in der Stadt St.Gallen. Hier sind mit MycoSolutions, Galventa, Meteomatics, Terra Quantum, Nanoglue und Ionic Wind sechs Deep-Tech-Unternehmen angesiedelt. Hinzu kommt im Kanton Concordex in Jonschwil.

Die Unternehmen decken ein breites Technologiespektrum ab. Meteomatics entwickelt Technologien und Datenlösungen rund um Wetter und Klima, Terra Quantum ist im Bereich Quantentechnologie tätig. Ionic Wind entwickelt Festkörper-Technologie zur energieeffizienten Kühlung elektronischer Geräte. Galventa und Nanoglue sind im Gesundheitsbereich aktiv, MycoSolutions entwickelt Lösungen auf Basis von Pilzen. Concordex ist dem Fintech-Bereich zugeordnet.

St.Gallen schweizweit unter den ersten zehn

Auch der Vergleich der Städte unterstreicht die Position St.Gallens. Das Dashboard zählt sechs Unternehmen in der frühen Entwicklungsphase, eines in der Breakout Stage und eines in der späten Phase. Gemessen an der Zahl der Early-Stage-Unternehmen liegt St.Gallen schweizweit auf Rang neun. Vor der Gallusstadt liegen Zürich, Lausanne, Basel, Genf, Bern, Zug, Neuenburg und Lugano.

Für die Stadt St.Gallen weist das Dashboard für 2025 VC-Investitionen von 22 Millionen Dollar aus. Gegenüber 2020 entspricht dies einem Wachstum von 54 Prozent. Der Enterprise Value der erfassten Unternehmen liegt bei 525,6 Millionen Dollar und ist seit 2020 um 713 Prozent gestiegen.

Ausserhalb des Kantons St.Gallen ist die Deep-Tech-Landschaft der Ostschweiz deutlich kleiner. In Appenzell Ausserrhoden ist High Performance Battery in Teufen erfasst. Das Unternehmen entwickelt Festkörperbatterien.

Im Thurgau ist Kemaro aus Eschlikon vertreten. Das Robotikunternehmen befindet sich in der Breakout Stage und wird im Dashboard mit einem Funding von 4,6 Millionen Dollar und einer Bewertung von 18,3 Millionen Dollar geführt. In Graubünden kommen Swisstom in Landquart mit Medizintechnik zur Überwachung von Lungen- und Herzfunktionen sowie das Churer Energieunternehmen Mithras hinzu.

Scandola  Prematic  

Viel Kapital kommt aus dem Ausland

Der Swiss Deep Tech Report zeigt zugleich eine Herausforderung für die gesamte Branche. Bei Finanzierungsrunden über 100 Millionen Dollar stammen 88 Prozent des Kapitals von ausländischen Investoren. Schweizer Investoren sind bei frühen Finanzierungsrunden stärker vertreten, ihr Anteil fällt in der späten Phase aber auf 12 Prozent.

Besonders stark wachsen schweizweit künstliche Intelligenz und Robotik. AI/ML stellt inzwischen jedes vierte neu gegründete Deep-Tech-Unternehmen. Gleichzeitig bleiben Biotech und TechBio die grösste Gruppe innerhalb des Schweizer Deep-Tech-Ökosystems.

Die Ostschweizer Zahlen zeigen dabei ein deutliches Gefälle. Während Deep-Tech-Unternehmen in mehreren Kantonen nur vereinzelt vorkommen, hat sich insbesondere in St.Gallen eine breiter aufgestellte Gruppe aus unterschiedlichen Technologiefeldern und Entwicklungsstufen gebildet.

Auch interessant

Digital Conference Ostschweiz: KI macht Urteilskraft wichtiger
Ostschweiz

Digital Conference Ostschweiz: KI macht Urteilskraft wichtiger

Fussballnacht: Die Wirtschaft spielt mit
Ostschweiz

Fussballnacht: Die Wirtschaft spielt mit

Dreifacher Xaver-Erfolg für die Ostschweiz
Ostschweiz

Dreifacher Xaver-Erfolg für die Ostschweiz