TKB setzt auf Recycling
Text: pd/stz.
Eine neue Fassade aus Rohstoffen, die bereits ein Vorleben haben: Darauf setzt die Thurgauer Kantonalbank (TKB) bei der laufenden Sanierung ihres Kreuzlinger Gebäudes. Dabei betrachtet sie den gesamten Materialkreislauf – vom Rückbau der bestehenden Fassade über die Wahl langlebiger Ersatzprodukte bis zu deren späterer Wiederverwertung.
Die alte Fassade wird Stück für Stück demontiert. Stahlunterkonstruktionen, Aluminiumbleche und -profile, Polyamidstege sowie Dichtungen aus synthetischem Kautschuk werden getrennt gesammelt, recycelt und für andere Produkte wiederverwendet. So bleiben wertvolle Rohstoffe erhalten. Gleichzeitig sinken der Bedarf an neuen Baustoffen und die damit verbundenen CO₂-Emissionen.
Auch die Waschbetonelemente an der Ost- und Westseite des Gebäudes werden wieder in den Materialkreislauf eingebracht. An ihre Stelle tritt Andeer-Gneis aus dem bündnerischen Dorf Andeer.
Fast alle Teile der neuen Fassade werden laut TKB einen sehr hohen Anteil an sogenanntem Post-Consumer-Schrott enthalten. Gemeint sind Rohstoffe, die bereits in einem anderen Produkt eingesetzt und anschliessend recycelt und aufbereitet wurden. Bei der Materialwahl achtet die Bank zudem auf eine lange Lebensdauer und einen möglichst geringen Wartungsbedarf.
Bereits in die Planung fliesst ein, was bei einer späteren Erneuerung geschehen soll: Die Konstruktion wird so ausgelegt, dass sich die Bauteile möglichst zerstörungsfrei demontieren, sortenrein trennen und erneut nutzen lassen.
«Für die TKB ist die Fassadensanierung in Kreuzlingen ein Leuchtturmprojekt», erklärt Francesca Keller, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiterin des Privatkundengeschäfts. Die Bank habe sich zum Ziel gesetzt, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null zu senken. Entsprechend gross sei der Stellenwert der Nachhaltigkeit bei Gebäudesanierungen.
Dabei reicht der Anspruch über eine gute Dämmung und energieeffiziente Haustechnik hinaus. Neben der Herkunft und Wiederverwertbarkeit der Baustoffe spielt auch die Vergabe der Arbeiten eine Rolle. «Wichtig ist uns zudem, dass wir unsere Aufträge wo immer möglich ans regionale Gewerbe vergeben», betont Keller. Das spare lange Anfahrtswege und fördere die Thurgauer Wirtschaft.