SAK übernimmt Stromnetz der Elektra Grub
Text: pd/red
Der Schritt ist eine direkte Folge der verschärften regulatorischen Vorgaben durch den sogenannten Mantelerlass. Diese stellen insbesondere kleine und mittlere Netzbetreiber vor zusätzliche technische, organisatorische und finanzielle Anforderungen. Für die Elektra Grub hätte dies gemäss Gemeinde erhebliche Mehrkosten bedeutet.
Regulatorischer Druck als Auslöser
Gemeindepräsident Mathias Züst hält fest, dass ein Weiterbetrieb als eigenständige Elektra nur mit extern eingekauften Leistungen möglich gewesen wäre. Dies hätte sich unmittelbar auf die Strompreise ausgewirkt. «Ein Weiter-so hätte weiterhin hohe Strompreise zur Folge gehabt», so Züst. Mit der Übergabe an die SAK würden Betrieb, Unterhalt und Weiterentwicklung des Netzes in professionelle Hände gelegt.
Ab dem 1. Januar 2026 erhalten die Kundinnen und Kunden ihre Stromrechnung direkt von der SAK. Für Haushaltkunden mit einem Jahresverbrauch von 7500 Kilowattstunden sinken die Strompreise gegenüber 2025 um rund 37 Prozent. Die Entlastung betrifft auch das lokale Gewerbe.
Auch Glasfasernetz wechselt den Eigentümer
Neben dem Stromnetz verkauft die Gemeinde Grub auch das bestehende Glasfasernetz an die SAK. Gemeinderätin Nora Fagagnini spricht von einer sachlichen und lösungsorientierten Zusammenarbeit. Nach eingehender Prüfung habe sich der Verkauf auch bei der Telekommunikationsinfrastruktur als sinnvoll erwiesen. Für die Gemeinde verbleiben nun der buchhalterische und administrative Abschluss der Transaktion.
Integration in das regionale Netz
Die SAK hat das Netz der Elektra Grub bereits technisch erfasst, den Zustand der Anlagen überprüft und die Daten in ihre Systeme integriert. Der Betrieb soll nahtlos weitergeführt werden. Gleichzeitig plant die SAK, das Netz schrittweise im Hinblick auf die Energiewende weiterzuentwickeln.
Vitus Müller, Leiter Regionalnetze und Betrieb bei der SAK, spricht von einem gezielten Ausbau der regionalen Infrastruktur. Ziel sei eine sichere, erneuerbare und wettbewerbsfähige Energieversorgung. Der Fokus liege auf einem stabilen Netzbetrieb sowie auf der Vorbereitung künftiger Anforderungen.
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Spürbarer Effekt für Bevölkerung und Betriebe
Für die Bevölkerung von Grub AR steht weniger die Organisationsform im Vordergrund als der konkrete Nutzen. Die deutlich tieferen Strompreise ab 2026 sind ein zentraler Effekt des Entscheids. Gleichzeitig reiht sich die Gemeinde in eine wachsende Zahl von Orten ein, die ihre Energieinfrastruktur an regionale Anbieter übergeben, um Kosten, Know-how und regulatorische Anforderungen besser abzufedern.