Raum für die Fachkräfte von morgen
Text: pd/stz.
Die St.Galler Regierung hat die Stärkung der Berufsbildung als zentrales Schwerpunktziel definiert. Ein wichtiges Element dieser Strategie ist der geplante Neubau des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ) Rapperswil-Jona. Das bestehende Schulgebäude stösst zunehmend an seine Grenzen: Rund 1'200 Lernende besuchen das BWZ wöchentlich, die räumlichen und betrieblichen Voraussetzungen entsprechen jedoch nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Berufsfachschule.
Die Schulzimmer sind zu klein und baulich veraltet, Gruppen- und Nebenräume fehlen, die Treppenhäuser sind eng und die Anzahl Toiletten ist ungenügend. Zudem stehen den Lernenden kaum Aufenthaltsmöglichkeiten für die Mittagspause zur Verfügung. Auch die Gebäudetechnik weist Mängel auf: Wärmedämmung und Lüftung entsprechen nicht mehr heutigen Standards. Gleichzeitig steigt der Platzbedarf weiter. Prognosen gehen davon aus, dass die Zahl der Lernenden künftig auf rund 1'600 Personen anwachsen wird.
«Wir bauen im Südquartier von Rapperswil-Jona das BWZ neu und stellen damit mehr Platz für die Fachkräfte der Zukunft bereit», sagt Regierungsrätin Susanne Hartmann, Vorsteherin des Bau- und Umweltdepartements.
Nachhaltiger Neubau mit erneuerbarer Energie
Der Neubau des BWZ soll über die gesamte Lebensdauer hinweg einen möglichst tiefen CO₂-Ausstoss aufweisen. Sowohl beim Bau als auch im Betrieb wird auf Nachhaltigkeit geachtet. Die Wärmeversorgung erfolgt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen.
Im neuen BWZ wird auch die Berufs- und Laufbahnberatung See-Gaster integriert. Diese ist derzeit an der Bahnhofstrasse in Uznach untergebracht, wo die Räumlichkeiten seit längerer Zeit räumliche und betriebliche Mängel aufweisen. Mit dem Neubau entfallen die heutigen Doppelstandorte von BWZ und Berufs- und Laufbahnberatung, was betriebliche Abläufe vereinfacht und Synergien schafft.
Der Neubau entsteht im Südquartier von Rapperswil-Jona und liegt in Gehdistanz zur Fachhochschule sowie zum Bahnhof. Damit wird die Berufsbildung räumlich in ein bestehendes Bildungsumfeld integriert.
«So entsteht in Rapperswil-Jona ein attraktiver Bildungscluster direkt beim Bahnhof und am See. Damit stärken wir die Stadt und unseren Bildungskanton», sagt Regierungsrätin Bettina Surber, Vorsteherin des Bildungsdepartements.
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Kosten und Finanzierung
Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2023 schätzt die Kosten für den Neubau auf insgesamt 91 Millionen Franken. Darin enthalten sind 6.5 Millionen Franken für den Kauf der zwei Grundstücke. Die reinen Baukosten belaufen sich auf rund 84.5 Millionen Franken. Derzeit fallen für die gemieteten Räumlichkeiten des BWZ und der Berufs- und Laufbahnberatung jährliche Mietkosten von 984'000 Franken an, die mit dem Neubau wegfallen.
Auch die Stadt Rapperswil-Jona unterstützt das Projekt. Sie stellt das Land für den Neubau zur Verfügung, dem entsprechenden Landverkauf hat die städtische Stimmbevölkerung bereits zugestimmt. «Mit dem Neubau im Südquartier wird unsere Stadt ein noch attraktiverer Bildungsstandort», sagt Stadtpräsidentin Barbara Dillier.
Stimmt die Bevölkerung dem Projekt am 8. März 2026 zu, soll der Neubau voraussichtlich zum Schuljahr 2033/2034 bezugsbereit sein.
Der Neubau des BWZ Rapperswil-Jona ist Teil einer umfassenden politischen Initiative der St.Galler Regierung zur Stärkung des Kantons. Ziel ist es, die Innovationskraft zu erhöhen, den Fachkräftemangel zu bekämpfen und attraktive Rahmenbedingungen für Bildung, Arbeit und Wirtschaft zu schaffen. Neben dem BWZ Rapperswil-Jona gehören auch die Arealentwicklung «Wil West» in Wil sowie die Kantonsstrasse zum See in der Region Rorschach zu den Vorhaben, über die die Bevölkerung am 8. März 2026 abstimmt.