Ostschweiz

Ostschweizer Arbeitsmarkt hellt sich auf

Ostschweizer Arbeitsmarkt hellt sich auf
Überdurchschnittlich positive Beschäftigungssignale kommen derzeit aus dem Grosshandel, dem Baugewerbe, dem Gastgewerbe und der Industrie
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Der Ostschweizer Arbeitsmarkt gewinnt etwas an Stabilität, von einem breit abgestützten Aufschwung kann jedoch noch keine Rede sein. Der neue Beschäftigungsindikator des Konjunkturboards Ostschweiz ist im dritten Quartal 2026 zum dritten Mal in Folge gestiegen. Mit 98.1 Punkten liegt er allerdings weiterhin knapp unter seinem langfristigen Durchschnitt.

Text: pd/stz.

Das Konjunkturboard Ostschweiz erweitert seine Analysen um eine neue Kennzahl: Der Ostschweizer Beschäftigungsindikator soll frühzeitig erkennen lassen, in welche Richtung sich der regionale Arbeitsmarkt bewegt. Dazu bündelt er die Einschätzungen der Unternehmen zu ihrem aktuellen Personalbestand und ihren Beschäftigungsplänen für die kommenden drei Monate.

Im dritten Quartal 2026 erreicht der Indikator 98.1 Punkte. Damit liegt er zum dritten Mal in Folge über dem Wert des jeweiligen Vorquartals. Seit Ende 2025 hat sich die Beschäftigungsdynamik in der Ostschweiz merklich verbessert. Das Niveau bleibt jedoch knapp unter dem langfristigen Durchschnitt.

Unternehmen beurteilen Personalbestand positiver

Die jüngste Verbesserung geht hauptsächlich auf die Beurteilung des aktuellen Personalbestands zurück. Zahlreiche Unternehmen schätzen ihre personelle Ausstattung inzwischen wieder als passender ein. Bei Neueinstellungen bleiben sie dagegen zurückhaltend.

Die Entwicklung spricht deshalb eher für eine Normalisierung als für einen breit abgestützten Beschäftigungsaufschwung. Die Unternehmen scheinen ihre bestehenden Personalbestände zunehmend an die aktuelle Geschäftslage angepasst zu haben, planen kurzfristig aber noch keinen deutlichen Ausbau.

Grosshandel und Bau senden positive Signale

Zwischen den einzelnen Branchen bestehen erhebliche Unterschiede. Überdurchschnittlich positive Beschäftigungssignale kommen derzeit aus dem Grosshandel, dem Baugewerbe, dem Gastgewerbe und der Industrie.

Unter dem Durchschnitt liegt der Beschäftigungsindikator dagegen im Detailhandel, in der Finanz- und Versicherungsbranche sowie in den weiteren Dienstleistungsbranchen. Die leichte Aufhellung des regionalen Arbeitsmarkts wird somit nicht von allen Wirtschaftszweigen gleichermassen getragen.

Fallback  DCONO 2026  

Frühwarnsystem für den Arbeitsmarkt

Der neue Indikator soll Veränderungen der Beschäftigungsdynamik sichtbar machen, bevor diese in den offiziellen Arbeitsmarktstatistiken erkennbar werden. Grundlage sind die regelmässigen Konjunkturumfragen, welche das Konjunkturboard Ostschweiz gemeinsam mit dem KOF Institut der ETH Zürich durchführt.

Wie der Indikator methodisch aufgebaut ist und wie zuverlässig er frühere Bewegungen des Arbeitsmarkts abbildet, erläutert die neue Begleitpublikation «Besser einschätzen, wohin der regionale Arbeitsmarkt dreht». Das IHK-Zoom enthält zudem die aktuellen Werte der einzelnen Branchen und ordnet den neuen Indikator gegenüber anderen Arbeitsmarktkennzahlen ein.

Das Konjunkturboard Ostschweiz beurteilt quartalsweise die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Ihm gehören Jan Riss und Albert Flak von der IHK St.Gallen-Appenzell sowie Céline Keller und Roman Elbel von der St.Galler Kantonalbank an. Ergänzt wird das Gremium durch Jérôme Müggler von der IHK Thurgau sowie Vertreter der Ämter für Wirtschaft und Arbeit der Kantone St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Thurgau.

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