Thurgau

Lilienberg stellt Programmleitung neu auf

Lilienberg stellt Programmleitung neu auf
Christoph Vollenweider und Christoph Lanter
Lesezeit: 3 Minuten

Beim Lilienberg Unternehmerforum in Ermatingen endet eine Ära: Nach 17 Jahren übergibt Christoph Vollenweider die Programmverantwortung an Christoph Lanter. Der neue Intendant will den Lilienberg als Plattform für Begegnung und Austausch weiterentwickeln, Bewährtes fortführen und zugleich neue Themen und Formate ermöglichen.

Text: pd/stz.

Während 17 Jahren hat Christoph Vollenweider das Programm des Lilienberg Unternehmerforums geleitet und dessen inhaltliches Profil entscheidend geprägt. Nun wurde er im Rahmen eines öffentlichen Anlasses verabschiedet und sein Nachfolger vorgestellt: Christoph Lanter verantwortet bereits seit dem 1. Juli 2026 als Intendant den Programmbereich «Denken» der Stiftung Lilienberg.

Damit geht eine Ära zu Ende, ohne dass der bisherige Programmleiter dem Lilienberg ganz verloren geht. Vollenweider bleibt Mitglied des Stiftungsrates und will sich auch künftig punktuell als Moderator und Gesprächsleiter ins Programm einbringen.

Vom Journalismus auf den Lilienberg

Christoph Vollenweider übernahm die Programmverantwortung am 1. Januar 2009. Für die Aufgabe berufen hatte ihn Walter Reist, Stifter und langjähriger Präsident der Stiftung Lilienberg Unternehmerforum.

Vollenweider ist studierter Forstwirt und war vor seinem Wechsel nach Ermatingen während 24 Jahren für den «Zürcher Oberländer» tätig, zuletzt als Chefredaktor. Dort betreute er unter anderem die Ressorts Ausland und Inland. Vor seiner journalistischen Laufbahn arbeitete er als Mediensprecher des damaligen Bundesamtes für Forstwesen und beschäftigte sich intensiv mit dem zu jener Zeit viel diskutierten Waldsterben.

Diese unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen prägten auch seine Arbeit auf dem Lilienberg. Vollenweider betrachtete wirtschaftliche Fragen nie isoliert, sondern stellte sie in einen politischen, gesellschaftlichen und historischen Zusammenhang. Für ihn war wichtig, dass sich Unternehmer als Teil der Gesellschaft verstehen und Verantwortung übernehmen, die über das eigene Unternehmen hinausreicht.

NdOF  Personaltag 26  

Wirtschaftliche, sachliche und menschliche Dimension

Vollenweiders Ansatz entsprach der Philosophie des Lilienberg-Gründers Walter Reist. Dieser suchte bei wichtigen Fragestellungen stets nach der wirtschaftlichen, der sachlichen und der menschlichen Dimension. Genau diese Verbindung wurde zu einem Markenzeichen des Veranstaltungsprogramms.

Ein besonderes Anliegen war Vollenweider die Sicherheits- und Aussenpolitik. Mit Referaten, Gesprächen und Diskussionsveranstaltungen griff er wiederholt internationale Konflikte, geopolitische Verschiebungen und deren Folgen für die Schweiz auf. Daneben setzte er Akzente bei wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen.

Damit schuf er Raum für Debatten, die über kurzfristige Schlagzeilen und einzelne Fachgebiete hinausführten. Der Lilienberg etablierte sich unter seiner Programmleitung als Ort, an dem Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler und weitere Persönlichkeiten miteinander ins Gespräch kommen und unterschiedliche Perspektiven austauschen können.

Unternehmertum als Haltung

Der Lilienberg versteht Unternehmertum bewusst nicht nur im wirtschaftlichen Sinn. Gemeint ist vielmehr eine Haltung: Verantwortung zu übernehmen, Initiative zu zeigen, Ideen zu entwickeln und etwas in Bewegung zu bringen.

Diese Haltung kann sich in einem Unternehmen ebenso zeigen wie in der Politik, im sozialen Engagement oder in persönlichen Projekten. Der Lilienberg will Menschen zusammenbringen, die mitdenken, mitgestalten und bereit sind, über den eigenen beruflichen oder gesellschaftlichen Horizont hinauszublicken.

An diesem Grundverständnis soll sich auch nach dem Wechsel in der Programmleitung nichts ändern.

Sommerkonzert  

Lanter will Menschen und Ideen verbinden

Mit Christoph Lanter übernimmt ein im Thurgau und darüber hinaus breit vernetzter Organisator, Moderator und Unternehmer die Programmverantwortung. Lanter ist Verwaltungsrat mehrerer Ostschweizer Unternehmen und Initiator der Veranstaltung «GRENZDENKEN», die gesellschaftliche, wirtschaftliche und persönliche Grenzen thematisiert.

Als Intendant will er Menschen, Organisationen und Ideen zusammenbringen und den Lilienberg als Plattform für Begegnung und offenen Austausch weiterentwickeln. Dabei setzt er auf eine Verbindung von Kontinuität und Erneuerung: Bewährte Themen und Formate sollen erhalten bleiben, zugleich will Lanter neue Schwerpunkte setzen und zusätzlichen Perspektiven Raum geben.

Er übernimmt damit kein unbeschriebenes Blatt, sondern eine über viele Jahre gewachsene Institution mit einem eigenständigen Profil. Seine Aufgabe wird es sein, dieses Erbe weiterzutragen und den Lilienberg zugleich für neue Fragestellungen und Zielgruppen zu öffnen.

Glück, Krieg und künstliche Intelligenz

Einen ersten Eindruck von der künftigen Programmgestaltung vermitteln die kommenden Veranstaltungen. Am 2. September spricht der Schweizer Ökonom Mathias Binswanger bei einem Frühstück über Glück und die Frage, was Menschen tatsächlich zufrieden macht.

Am 16. September ist der renommierte Historiker Jörn Leonhard zu Gast. Der Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg untersucht, wie Kriege in der Vergangenheit beendet wurden und welche Erkenntnisse sich daraus für die Gegenwart gewinnen lassen.

Weitere Veranstaltungen widmen sich unter anderem der künstlichen Intelligenz, den Kompetenzen der Zukunft und persönlichen Lebensgeschichten. Damit führt der Lilienberg seine Tradition fort, wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten.

Informationen und das aktuelle Veranstaltungsprogramm sind unter www.lilienberg.ch verfügbar.

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