Lilienberg stellt Programmleitung neu auf
Text: pd/stz.
Während 17 Jahren hat Christoph Vollenweider das Programm des Lilienberg Unternehmerforums geleitet und dessen inhaltliches Profil entscheidend geprägt. Nun wurde er im Rahmen eines öffentlichen Anlasses verabschiedet und sein Nachfolger vorgestellt: Christoph Lanter verantwortet bereits seit dem 1. Juli 2026 als Intendant den Programmbereich «Denken» der Stiftung Lilienberg.
Damit geht eine Ära zu Ende, ohne dass der bisherige Programmleiter dem Lilienberg ganz verloren geht. Vollenweider bleibt Mitglied des Stiftungsrates und will sich auch künftig punktuell als Moderator und Gesprächsleiter ins Programm einbringen.
Vom Journalismus auf den Lilienberg
Christoph Vollenweider übernahm die Programmverantwortung am 1. Januar 2009. Für die Aufgabe berufen hatte ihn Walter Reist, Stifter und langjähriger Präsident der Stiftung Lilienberg Unternehmerforum.
Vollenweider ist studierter Forstwirt und war vor seinem Wechsel nach Ermatingen während 24 Jahren für den «Zürcher Oberländer» tätig, zuletzt als Chefredaktor. Dort betreute er unter anderem die Ressorts Ausland und Inland. Vor seiner journalistischen Laufbahn arbeitete er als Mediensprecher des damaligen Bundesamtes für Forstwesen und beschäftigte sich intensiv mit dem zu jener Zeit viel diskutierten Waldsterben.
Diese unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen prägten auch seine Arbeit auf dem Lilienberg. Vollenweider betrachtete wirtschaftliche Fragen nie isoliert, sondern stellte sie in einen politischen, gesellschaftlichen und historischen Zusammenhang. Für ihn war wichtig, dass sich Unternehmer als Teil der Gesellschaft verstehen und Verantwortung übernehmen, die über das eigene Unternehmen hinausreicht.
Wirtschaftliche, sachliche und menschliche Dimension
Vollenweiders Ansatz entsprach der Philosophie des Lilienberg-Gründers Walter Reist. Dieser suchte bei wichtigen Fragestellungen stets nach der wirtschaftlichen, der sachlichen und der menschlichen Dimension. Genau diese Verbindung wurde zu einem Markenzeichen des Veranstaltungsprogramms.
Ein besonderes Anliegen war Vollenweider die Sicherheits- und Aussenpolitik. Mit Referaten, Gesprächen und Diskussionsveranstaltungen griff er wiederholt internationale Konflikte, geopolitische Verschiebungen und deren Folgen für die Schweiz auf. Daneben setzte er Akzente bei wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen.
Damit schuf er Raum für Debatten, die über kurzfristige Schlagzeilen und einzelne Fachgebiete hinausführten. Der Lilienberg etablierte sich unter seiner Programmleitung als Ort, an dem Unternehmer, Politiker, Wissenschaftler und weitere Persönlichkeiten miteinander ins Gespräch kommen und unterschiedliche Perspektiven austauschen können.
Unternehmertum als Haltung
Der Lilienberg versteht Unternehmertum bewusst nicht nur im wirtschaftlichen Sinn. Gemeint ist vielmehr eine Haltung: Verantwortung zu übernehmen, Initiative zu zeigen, Ideen zu entwickeln und etwas in Bewegung zu bringen.
Diese Haltung kann sich in einem Unternehmen ebenso zeigen wie in der Politik, im sozialen Engagement oder in persönlichen Projekten. Der Lilienberg will Menschen zusammenbringen, die mitdenken, mitgestalten und bereit sind, über den eigenen beruflichen oder gesellschaftlichen Horizont hinauszublicken.
An diesem Grundverständnis soll sich auch nach dem Wechsel in der Programmleitung nichts ändern.
Lanter will Menschen und Ideen verbinden
Mit Christoph Lanter übernimmt ein im Thurgau und darüber hinaus breit vernetzter Organisator, Moderator und Unternehmer die Programmverantwortung. Lanter ist Verwaltungsrat mehrerer Ostschweizer Unternehmen und Initiator der Veranstaltung «GRENZDENKEN», die gesellschaftliche, wirtschaftliche und persönliche Grenzen thematisiert.
Als Intendant will er Menschen, Organisationen und Ideen zusammenbringen und den Lilienberg als Plattform für Begegnung und offenen Austausch weiterentwickeln. Dabei setzt er auf eine Verbindung von Kontinuität und Erneuerung: Bewährte Themen und Formate sollen erhalten bleiben, zugleich will Lanter neue Schwerpunkte setzen und zusätzlichen Perspektiven Raum geben.
Er übernimmt damit kein unbeschriebenes Blatt, sondern eine über viele Jahre gewachsene Institution mit einem eigenständigen Profil. Seine Aufgabe wird es sein, dieses Erbe weiterzutragen und den Lilienberg zugleich für neue Fragestellungen und Zielgruppen zu öffnen.