Arbonia wächst trotz kostspieliger SAP-Umstellung
Text: pd/stz.
Die auf das Türengeschäft fokussierte Arbonia hat sich in einem anspruchsvollen Marktumfeld behauptet. Besonders positiv entwickelten sich die Auftragseingänge und Auftragsbestände, die in allen grossen Werken deutlich über dem Vorjahr lagen.
Überdurchschnittlich stark wuchs das Geschäft ausserhalb Deutschlands. In Westeuropa erhöhte Arbonia den Umsatz um 20 Prozent, in Mittel- und Osteuropa um 22 Prozent. Im zweitwichtigsten Markt Schweiz betrug das Plus 7.5 Prozent. In Deutschland gingen die Umsätze dagegen um 3.7 Prozent zurück.
Garant belastet das Ergebnis
Hauptgrund für die schwächere Entwicklung in Deutschland war die Einführung eines neuen SAP- und ERP-Systems bei der Tochtergesellschaft Garant. Die komplexe Umstellung führte vorübergehend zu Problemen bei der Auftragserfassung, der internen Logistik und in der Produktion.
Nach Angaben von Arbonia verursachten die Schwierigkeiten einen Umsatzeffekt von rund 13 Millionen Franken und belasteten das Ergebnis mit etwa 8.4 Millionen Franken. Das Unternehmen setzte eine direkt von der Konzernleitung geführte Taskforce ein, verlagerte Produktionsvolumen an andere Standorte und baute zusätzliche Lagerbestände auf.
Die Auftragsabwicklung sei inzwischen stabilisiert und die Lieferrückstände seien weitgehend abgebaut. Bis Ende 2026 soll Garant wieder das Umsatzniveau von vor der Systemumstellung erreichen.
Operatives Ergebnis sinkt
Das EBITDA ging im ersten Halbjahr von 27.9 auf 23.8 Millionen Franken zurück. Die EBITDA-Marge ohne Sondereffekte sank von 8.5 auf 7.5 Prozent. Ohne die Belastungen bei Garant hätte sie laut Arbonia bei beinahe 10 Prozent und damit über dem Vorjahresniveau gelegen.
Beim EBIT resultierte ein Verlust von 4.5 Millionen, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 1.1 Millionen ausgewiesen worden war. Positiv entwickelte sich das Segment Glaslösungen: Dessen EBITDA stieg von 1.7 auf 3.6 Millionen.