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KI-Tools als Unterstützung für Übersetzer: Echte Hilfe oder Zeitverschwendung?

KI-Tools als Unterstützung für Übersetzer: Echte Hilfe oder Zeitverschwendung?
KI-Tools können den Übersetzungsprozess beschleunigen (Bild: Unsplash/BoliviaInteligente)
Lesezeit: 3 Minuten

KI-basierte Übersetzungstools haben sich leise, aber nachhaltig im Arbeitsalltag professioneller Übersetzer etabliert. Sie stehen nicht mehr nur am Rand als technisches Experiment, sondern liefern in vielen Projekten bereits die erste Textfassung. An diesem Punkt beginnt die eigentliche Diskussion, denn der Übergang von schneller Hilfe zu zusätzlicher Arbeit lässt sich nicht pauschal bestimmen.

Text: pd/stz.

Im praktischen Einsatz zeigen KI-Tools ihre Stärken vor allem dann, wenn Tempo und Struktur gefragt sind. Grosse Textmengen lassen sich innerhalb kurzer Zeit vorübersetzen, gängige Sprachpaare werden stabil abgedeckt und wiederkehrende Inhalte profitieren sichtbar von Translation Memories und hinterlegten Terminologien. In multilingualen Umgebungen wie der Schweiz wirkt sich dieser Ansatz deutlich aus, da parallele Versionen in Deutsch, Französisch und Italienisch organisatorisch einfacher steuerbar werden.

Der grösste Nutzen liegt allerdings im Entwurf als Arbeitsgrundlage. KI nimmt dem Prozess die leere Seite, strukturiert Inhalte vor und reduziert monotone Routinearbeit. Gerade bei technischen Dokumentationen, internen Berichten oder standardisierten Kommunikationstexten entsteht so ein solider Rohbau, der sich effizient weiterverarbeiten lässt. Aber die Feinheiten müssen immer noch Menschen übernehmen.

Hat ein Übersetzungsbüro Zürich als Standort, dann können die Kunden davon ausgehen, dass die spezifischen Eigenheiten der Region mit bedacht werden, was eine KI nicht wirklich leisten kann. In professionellen Workflows wird diese Technik daher selten isoliert eingesetzt. Vielmehr fliesst sie bewusst in bestehende Systeme ein, was Konsistenz fördert und Abstimmungsaufwand senkt.

Die Grenzen von KI – Nachbearbeitung bleibt unverzichtbar 

So beeindruckend die Geschwindigkeit auch wirkt, sie hat ihren Preis. KI denkt in Wahrscheinlichkeiten, was bei Sprache schnell zu Reibungsverlusten führt. Idiome, kulturelle Zwischentöne oder branchenspezifische Begriffe geraten ins Stolpern, teils subtil, teils mit klarer Schieflage. Was auf den ersten Blick flüssig klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als stilistisch flach oder inhaltlich unpräzise.

An dieser Stelle setzt das Post-Editing an, ein Arbeitsschritt, der häufig unterschätzt wird. Das Korrigieren, Glätten und Nachschärfen verlangt Konzentration und Fachwissen und kann je nach Textart mehr Zeit beanspruchen als eine klassische Übersetzung. In rechtlichen, medizinischen oder administrativen Kontexten verschärft sich diese Problematik zusätzlich, da Sprachqualität, Haftung und Datenschutz eine Rolle spielen. 

Wenn eine beglaubigte Übersetzung Zürich als Verwendungsort hat, dann muss die konkrete Situation vor Ort bei einer entsprechenden Übersetzung mit einfliessen. Offene KI-Systeme sind für vertrauliche Inhalte ungeeignet, wodurch ihr Einsatz klar begrenzt bleibt. Auch kreative Texte setzen der Automatisierung enge Grenzen. Sprache lebt von Haltung, Tonfall und bewusster Abweichung von der Norm. Diese Eigenschaften lassen sich nicht berechnen, sie entstehen aus Erfahrung und Kontextverständnis. KI kann Vorschläge liefern, doch Reflexion und Feingefühl bleiben menschliche Disziplinen.

Effizienzgewinn und Mehraufwand im Spannungsfeld der Praxis

Ob KI-Tools echte Hilfe oder Zeitverschwendung darstellen, hängt weniger von der Technologie als von der Agenda ab. Als Werkzeug für vorbereitende Arbeit und strukturierte Inhalte können sie den Alltag spürbar erleichtern. 

Werden sie jedoch als Ersatz für fachliche Expertise betrachtet, kippt der Effizienzgewinn rasch ins Gegenteil. Der grösste Mehrwert entsteht dort, wo Mensch und Maschine ihre Stärken kombinieren, Technik für Tempo und Konsistenz sorgt und der Mensch für Sinn, Stil und Verantwortung einsteht.

In der Praxis bedeutet das eine klare Trennung nach Textart, Zielgruppe und Sensibilität der Inhalte. Routineaufgaben profitieren von Automatisierung, anspruchsvolle Texte verlangen menschliche Kontrolle. Diese differenzierte Nutzung verhindert überzogene Erwartungen und führt zu realistischen Ergebnissen. KI ist damit weder Heilsbringer noch Stolperfalle, sondern ein Werkzeug, das richtig eingesetzt den Übersetzungsprozess bereichert und falsch verstanden Zeit kostet.

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