«Ist deprimierend»: Nebel legt WEF-Flugverkehr in Altenrhein lahm
Text: Fabian Alexander Meyer
Gestern Montag, 19. Januar, startete in Davos das World Economic Forum. Staatsoberhäupter, Präsidenten und allerlei Politprominenz treffen sich im Bündner Ferienort, um gemeinsam weltpolitische Themen zu diskutieren.
Aufgrund seiner geografischen Lage und grossem Komfort erfreut sich der Flugplatz Altenrhein einer grossen Beliebtheit unter WEF-Teilnehmern. Leider machte das Wetter den Rheintalern einen Strich durch die Rechnung. Aufgrund einer dichten Nebelsuppe mussten am Montag, 19. Januar, zahlreiche Flüge gestrichen werden.
Ausweichen bis nach Italien
Im Gespräch mit Rheintal24 erklärt Flugplatz-Chef Thomas Krutzler die Hintergründe und gibt einen Ausblick in die Zukunft. «Auch heute Dienstag sind die Wetterbedingungen unverändert. Momentan sind nur wenige Starts und Landungen möglich.» Das hat zur Folge, dass die WEF-Gäste auf die umliegenden Flughäfen und -plätze ausweichen müssen. Sollte sich die Situation auch für den Rest der Woche nicht ändern, sind allein bis zu 200 WEF-Flüge betroffen – zusätzlich zu den öffentlichen Regelflügen.
«Für Landeanflüge naheliegend ist natürlich der Flugplatz in Friedrichshafen, allerdings läuft auch dieser bereits an seiner Kapazitätsgrenze. Daher werden Zürich oder auch Basel angeflogen. Weiter gibt es vereinzelt auch Landungen in Stuttgart und Mailand.» Kleinere Flugplätze wie jener in Dübendorf sind zudem auch von Nebel betroffen.
Finanzielle und emotionale Auswirkungen
Dass mit dem Nebel und den daraus resultierenden Absagen für Starts und Landungen Umsatzeinbussen einhergehen, ist nur eine Seite der Medaille. «Die WEF-Woche macht ca. sieben Prozent unseres Jahresumsatzes aus.» Neben dem finanziellen Aspekt gibt es auch eine emotionale Seite. «Die Mitarbeiter freuen sich jeweils sehr auf die WEF-Woche. Auch wenn es ein grosser Aufwand ist, ist diese Woche immer auch ganz besonders spannend. Aber man nimmt es eben, wie es ist. Dennoch ist es deprimierend.»
Bis auf das letzte Jahr konnte der Flugplatz immer von gutem Wetter, resp. zumindest von guten Landebedingungen profitieren. Dass es jetzt zum zweiten Mal nicht geklappt hat, sei eben Pech, schliesslich könne man das Wetter nicht beeinflussen. «Absagen sind immer auch eine logistische Herausforderung.» Und so wie es aussieht, wird der Nebel auch in den kommenden Tagen anhalten. «Wir müssen alles so nehmen, wie es kommt.»