Holcim steigt mit 20 Prozent bei Klark ein
Text: pd/stz.
Die Holcim (Schweiz) AG ist neue Aktionärin der Klark AG. Die Transaktion wurde am 2. September 2026 abgeschlossen. Holcim hält nun ebenso wie die bisherigen Eigentümer Logbau AG, Toggenburger AG, Novakies AG und Ulrich Imboden AG einen Anteil von jeweils 20 Prozent.
Mit dem Einstieg des Baustoffkonzerns gewinnt Klark nach eigenen Angaben zusätzliche Schlagkraft in Produktion, Vermarktung und Vertrieb. Der Klimabeton soll künftig breiter verfügbar werden und vermehrt in Gebäuden und Infrastrukturbauten zum Einsatz kommen.
Klark bleibt dabei eine eigenständige Lösung, die sämtlichen Betonproduzenten, Verarbeitern und Bauherren offensteht. Das gemeinsame Ziel der fünf Partner ist es, CO₂-speichernde Gebäude und Infrastrukturen vom Pilotprojekt zum Standard zu entwickeln.
Holcim soll den Markteintritt beschleunigen
«Der Einstieg von Holcim ist ein wegweisender Schritt für die Klark AG», sagt Verwaltungsratspräsident Hans-Joachim Demmel von Zindel United. Um Gebäude und Infrastrukturen zu CO₂-Speichern zu machen, brauche es Partner mit Reichweite in Produktion und Vertrieb sowie mit echter Begeisterung für diese Vision. «Mit Holcim haben wir genau den richtigen Partner gewonnen.»
Holcim Schweiz bringt neben seiner Marktpräsenz ein landesweites Produktionsnetz ein. Das Unternehmen beschäftigt rund 1500 Mitarbeiter und produziert an fast 60 Standorten in der Schweiz Beton, Kies und Zement. Zudem verarbeitet Holcim Materialien aus Rückbauten zu neuen Baustoffen.
Für den Konzern ergänzt die Beteiligung das bestehende Angebot an CO₂-reduzierten Baustoffen. «Klark macht den am meisten verwendeten Baustoff zu einem dauerhaften CO₂-Speicher», sagt Roman Andermatt, der Holcim im Verwaltungsrat der Klark AG vertritt. Die Beteiligung sei ein wichtiger Schritt, um CO₂-senkende Baulösungen rasch vom Pilotprojekt in den breiten Markt zu bringen und der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Beton speichert bis zu 250 Kilogramm CO₂
Klark bezeichnet sein Produkt als ersten nachweislich CO₂-neutralen Beton der Schweiz. Bei der Herstellung wird Holz in einem speziellen Pyrolyseverfahren unter Ausschluss von Sauerstoff behandelt. Ein Teil des im Holz gespeicherten Kohlenstoffs bleibt dabei fest gebunden und wird anschliessend in einem genau berechneten Verhältnis dem Beton beigemischt.
Nach Angaben des Unternehmens können dadurch pro Kubikmeter Beton bis zu 250 Kilogramm CO₂ langfristig gespeichert werden. Der Baustoff weist im Hochbau vergleichbare technische Eigenschaften wie herkömmlicher Beton auf, ist schadstofffrei und vollständig rezyklierbar. Der gebundene Kohlenstoff soll auch bei späteren Recyclingzyklen im Material verbleiben.
Klark verfügt nach eigenen Angaben zudem über eine extern verifizierte KBOB-Ökobilanz. Die CO₂-Senkenleistung werde nach einem von der International Carbon Reduction and Offset Alliance anerkannten Standard überprüft.
«Eine grosse Anerkennung für unser Team»
Klark-Geschäftsführer Andreas Schefer sieht im Einstieg des Branchenkonzerns eine Bestätigung der bisherigen Entwicklungsarbeit: «Dass sich ein etablierter Partner wie Holcim an Klark beteiligt, ist eine grosse Anerkennung für die Arbeit unseres Teams und für das Potenzial, Gebäude und Infrastrukturen zu CO₂-Speichern zu machen.»
Gemeinsam wolle man zeigen, dass Beton nicht nur weniger Emissionen verursachen, sondern selbst Kohlenstoff speichern könne. Schefer: «Wir beweisen das im realen Projekt und nicht nur auf dem Papier.»
Im Verwaltungsrat der Klark AG sitzen neu Peter Blättler von der Marti AG Bern, Olivier Imboden von der Ulrich Imboden AG, Truls Toggenburger von der Toggenburger AG, Hans-Joachim Demmel von Zindel United und Roman Andermatt von Holcim Schweiz. Klark-Geschäftsführer Andreas Schefer begleitet das Gremium operativ.