Hagen und Schmid stellen die Thurgauer Staatsweine 2026
Text: pd/red
«Praktisch alle Kantone haben einen Staatswein – wir hatten keinen», sagte Regierungsrat Walter Schönholzer bei der Bekanntgabe der Thurgauer Staatsweine 2026. Deshalb wurde vor vier Jahren mit dem Branchenverband Thurgau Weine das Projekt «Thurgauer Staatsweine» ins Leben gerufen – mit grossem Erfolg. Auch in diesem Jahr traf eine Fachjury aus 32 eingereichten Weinen eine Vorauswahl. Anschliessend bestimmte eine elfköpfige Finaljury aus den drei besten Weiss- und Rotweinen die jeweiligen Sieger. Dazu gehörte in diesem Jahr unter anderem Domenic Schneider aus Friltschen. Der Schwinger wird auch «König der Herzen» genannt und ist ein hervorragender Thurgauer Botschafter in der ganzen Schweiz. Diesem Umstand zu Ehren hat er von Regierungsrat Walter Schönholzer die sogenannte «Wild Card» als Spezialgast für die Finaljury erhalten.
Erstmals fand eine öffentliche Degustation statt, bei der sich auch die Bevölkerung ein Bild von den Finalisten machen konnte. Für Nina Wägeli, Präsidentin des Branchenverbands Thurgau Weine, gehört ein solches Projekt zu den Aufgaben des Verbands: «Mit diesem Wettbewerb können wir aufzeigen, wie vielfältig die Thurgauer Weine sind. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.»
Sauvignon Blanc überzeugt bei den Weissweinen
Da es sich um ein gerades Jahr handelt, durften gemäss Reglement bei den Weissweinen ausschliesslich Spezialitäten inklusive pilzresistente Sorten und Cuvées eingereicht werden. Den dritten Rang belegte Füllemann Wein, Berlingen, mit der im Thurgau eher seltenen Sorte Savagnin Blanc. Weinexperte Thomas Vaterlaus, der sowohl die Fach- als auch die Finaljury begleitete, sagte dazu: «Spannenderweise haben in der Finaljury einige diesen Wein als Heida erkannt.»
Einen weiteren interessanten Einblick in das vielfältige Schaffen der Thurgauer Winzerinnen und Winzer bot der Pinot Blanc Barrique von Schloss Herdern, der den zweiten Rang belegte. Die Auszeichnung «Thurgauer Staatswein 2026» bei den Weissweinen ging schliesslich an den Sauvignon Blanc vom Weingut Schmid aus Schlattingen. «Diesen Sauvignon Blanc haben wir im New-World-Stil ausgebaut – ein knackiger Wein für heisse Tage», sagte Fabio Schmid. Ein Konzept, das bei der Finaljury offensichtlich Anklang fand.
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Pinot Noir 2023 überzeugt mit Farbe und Reife
Bei den Rotweinen war in diesem Jahr ausschliesslich die Thurgauer Hauptsorte Pinot Noir zugelassen. Die Pinot Noir Auslese 2024 von Haag Weine, Hüttwilen, erreichte den dritten Rang und wurde als jugendlicher, fruchtbetonter Wein gelobt. Auf dem zweiten Platz landete die Pinot Noir Spätlese 2023 vom Weingut Engel, Uesslingen. «Wir profitieren von unseren Terrassenlagen mit optimaler Sonneneinstrahlung», erklärte Julian Holenweger.
Die Auszeichnung «Thurgauer Staatswein 2026» ging schliesslich an einen Neuling im Wettbewerb, jedoch keineswegs in der Branche: Die Familie Hagen aus Wilen bei Neunforn holte mit ihrem Pinot Noir 2023 den Sieg. Thomas Vaterlaus würdigte den Siegerwein mit den Worten: «Ein trinkreifer Wein, der Spass macht im Glas.» Auch Regierungsrat Walter Schönholzer freute sich: «Es ist toll, dass wir auch in diesem Jahr zwei hervorragende Weine gefunden haben, die wir an unseren Anlässen ausschenken oder als Geschenk überreichen können.»