Grosse Unterschiede bei der Stellensuche
04.05.2019

Grosse Unterschiede bei der Stellensuche

Die Aussichten für Stellensuchende in der Schweiz sind grundsätzlich gut. Zwischen den Branchen gibt es aber grosse Unterschiede. Bei den Banken und im Gastgewerbe sind die Perspektiven schlechter geworden.

Dies geht aus dem neusten KOF-Beschäftigungsindikator hervor. Der vierteljährlich von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) berechnete Wert notierte im ersten Quartal des neuen Jahres bei 5,6 Punkten, nach +4,4 Punkten im ersten Quartall. 

Der Indikator liegt derzeit somit leicht über dem langfristigen Mittelwert, der nahe bei null ist. Die kurzfristigen Aussichten für den Arbeitsmarkt bleiben somit laut KOF recht erfreulich. Eine Mehrheit der Unternehmen sei der Ansicht, ihr derzeitiger Personalbestand sei zu klein und erwarte, dass sie diesen in den nächsten drei Monaten erhöhen werden. 

Zwischen den einzelnen Branchen sind die Unterschiede aber gross, teilt die KOF mit. Positiv präsentiert sich die Lage im Baugewerbe. Hier stieg der Beschäftigungsindikator einmal mehr und erreichte einen so hohen Indikatorwert wie zuletzt vor sechs Jahren. Die gute Auftragslage im Tief- und Geschäftsbau scheine in einem Stellenaufbau zu resultieren, hiess es.

Positiv entwickelten sich die Beschäftigungsaussichten auch bei den Versicherern, im Grosshandel und bei den übrigen Dienstleistungsunternehmen. Dazu gehören laut KOF grosse Branchen wie das Verkehrswesen und der Bereich Information und Kommunikation.

Weniger gut sieht es im Gastgewerbe aus. Die Beschäftigungsaussichten sind hier deutlich pessimistischer als noch zu Jahresbeginn. Der Indikator ist sogar in den negativen Bereich gerutscht.

Auch bei den Banken sieht es nicht allzu gut aus: Der Beschäftigungsindikator für diese Branche bewegt sich seit einem Jahr im negativen Bereich. In der Industrie und im Detailhandel ist die Situation durchzogen, so die KOF. Deren Beschäftigungsindikatoren sind nahe bei null und es sei weder mit einem Stellenaufbau noch mit einem -abbau zu rechnen.

Der KOF Beschäftigungsindikator wird aus den vierteljährlichen Konjunkturumfragen der KOF berechnet und deckt in etwa 85 Prozent der Beschäftigung im privaten Sektor ab. Der positive Indikatorwert resultiert aus einem höheren Anteil an Umfrageteilnehmern, die in den kommenden Monaten Stellen schaffen wollen, im Vergleich zu solchen, die das Gegenteil planen.