Gallus gewinnt in den USA deutlich an Fahrt
Text: pd/stz.
Gallus startet mit Rückenwind in die wichtigste nordamerikanische Fachmesse für Etiketten- und Verpackungsdruck. Vom 15. bis 17. September 2026 präsentiert das St.Galler Unternehmen an der Loupe Americas in Chicago gemeinsam mit Heidelberg seine jüngsten Entwicklungen. Im Zentrum des Auftritts am Stand 3524 steht das System-to-Compose-Konzept, mit dem Druckereien ihre Produktionsanlagen modular zusammenstellen und später an neue Anforderungen anpassen können.
Seit Beginn des Geschäftsjahres am 1. April 2026 verzeichneten Heidelberg und Gallus in den USA mehr als zehn Investitionen in neue Druckmaschinen. Verkauft wurden Maschinen aus dem gesamten Portfolio, darunter Gallus RCS, Gallus Labelmaster, Gallus One und Gallus Five. Das Unternehmen sieht darin ein deutliches Signal, dass flexible und skalierbare Lösungen im nordamerikanischen Etikettenmarkt an Bedeutung gewinnen.
Hub Labels investiert in Gallus Five
Zu den jüngsten Kunden gehört Hub Labels aus Hagerstown im US-Bundesstaat Maryland. Die Etikettendruckerei arbeitet bereits mit mehreren Gallus-Maschinen und gehörte zu den ersten Anwendern der hybriden Gallus Labelfire 340. Nun erweitert das Unternehmen seinen Maschinenpark um eine Gallus Five.
Die Plattform verbindet Flexodruck und digitalen Inkjetdruck mit integrierten Veredelungs- und Stanzmodulen. Mit dem Heidelberg-Saphira-UV05-Tintenset erreicht die Gallus Five Geschwindigkeiten von bis zu 100 Metern pro Minute. Ihre Druckbreite beträgt 430 Millimeter. Die hohe Pigmentierung reduziert den Tintenverbrauch, während die vollständige LED-Härtung den Energiebedarf senkt.
Hub Labels will mit der neuen Maschine kürzere Auflagen von den bestehenden Anlagen auf die Gallus Five verlagern und dadurch die gesamte Produktion besser auslasten. Die Kombination verschiedener Druckverfahren ermöglicht es zudem, Aufträge mit zahlreichen Artikelvarianten effizienter abzuwickeln.
«Die Entscheidung für die Gallus Five fiel uns leicht», sagt Thomas Dahbura, Inhaber von Hub Labels. Die Abstimmung der Farben zwischen Flexo- und Digitaldruck erlaube es, beide Verfahren ohne Kompromisse in einem Auftrag zu verbinden. Auch die kurzen Umrüstzeiten seien bei Aufträgen mit vielen Varianten ein entscheidender Vorteil.
Maschinenbau nach dem Baukastenprinzip
Das System-to-Compose-Konzept bildet den Schwerpunkt des Messeauftritts von Gallus und Heidelberg. Statt Druckereien langfristig an eine starre Maschinenkonfiguration zu binden, lässt sich eine Anlage passend zu den jeweiligen Produktionsanforderungen zusammenstellen. Verändern sich das Auftragsvolumen, die Anwendungen oder die eingesetzten Druckverfahren, können Module ergänzt, angepasst oder entfernt werden.
Auf der Loupe Americas wird dieses Prinzip mit einem interaktiven Maschinenkonfigurator erlebbar. Die Besucher können eine Gallus Labelmaster, Gallus One oder Gallus Five als Basis wählen und daraus individuelle Produktionslinien zusammenstellen. Neben Druckeinheiten lassen sich auch Verarbeitungsmodule, Tintensysteme, Workflowlösungen und Dienstleistungen kombinieren.
Gallus will damit zeigen, wie Etikettendruckereien schrittweise in neue Technologien investieren können, ohne bei jedem Entwicklungsschritt eine vollständig neue Anlage anschaffen zu müssen. Gleichzeitig sollen die weitgehend kompatiblen Plattformen den Wechsel zwischen konventionellen, digitalen und hybriden Produktionsverfahren erleichtern.
Ergänzt wird der Messeauftritt durch die neue Gallus-Screeny-Siebdruckeinheit. Sie wurde für hochwertige Etikettenanwendungen entwickelt und soll hohe Präzision mit einer kompakten Bauweise und flexiblen Integrationsmöglichkeiten verbinden.
Modularität wird zum Wettbewerbsvorteil
«Wir befinden uns an einem spannenden Punkt für die Branche. Immer mehr Etikettendruckereien erkennen, dass Modularität und Flexibilität genau das sind, was sie brauchen, um in einem sich wandelnden Markt erfolgreich zu sein», sagt Gallus-CEO Dario Urbinati. Die Loupe Americas biete die Gelegenheit, weiteren US-Kunden zu zeigen, wie sie agilere, effizientere und zukunftssichere Produktionsumgebungen aufbauen könnten.
Auch Clarence Penge, Präsident von Heidelberg USA, sieht die Investitionen als Bestätigung für die wachsende Nachfrage. US-amerikanische Etikettendruckereien setzten zunehmend auf Gallus-Technologie. Das Interesse erstrecke sich von den jüngsten Digital- und Hybridlösungen bis zu den bewährten konventionellen Plattformen.
Der Markt bietet dafür günstige Voraussetzungen. Gallus verweist auf den AWA Labeling & Product Decoration Market Report 2026, der für den nordamerikanischen Etikettenmarkt bis 2028 ein jährliches Wachstum von rund zwei Prozent erwartet. Gefragt sind insbesondere Lösungen, die kleinere Auflagen, häufigere Produktwechsel und steigende Anforderungen an Qualität und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden.
St.Galler Technologie auf internationaler Bühne
Die zunehmende Nachfrage in den USA stärkt die internationale Position des traditionsreichen St.Galler Maschinenbauers. Gallus gehört zur Heidelberger Druckmaschinen AG und entwickelt konventionelle und digitale Rollendruckmaschinen für den Etiketten- und Verpackungsdruck. Von den weltweit rund 300 Beschäftigten arbeiten etwa 160 am Hauptsitz in St.Gallen.
Mit dem Auftritt in Chicago will Gallus die positive Entwicklung der vergangenen Monate fortsetzen. Unter dem Motto «Let’s Connect» präsentiert das Unternehmen nicht nur einzelne Maschinen, sondern ein Produktionssystem, das mit den Anforderungen seiner Kunden wachsen soll. Die Botschaft ist klar: Im Etikettendruck wird nicht mehr allein die leistungsfähigste Maschine entscheidend sein, sondern die Fähigkeit, Technik, Prozesse und Geschäftsmodelle flexibel miteinander zu verbinden.