Brack, Cellere und Bartholet machen die Lehre stark
Text: pd/stz.
Die Galerie zum Artikel finden Sie hier.
Mehr als 250 Gäste erlebten am Freitagabend, 28. August 2026, in der St.Galler Kantonalbank Halle der Olma-Messen die Premiere der neu konzipierten «Best of Class Award Night». Mit drei Auszeichnungen würdigte die Hans-Huber-Stiftung Menschen und Unternehmen, die beispielhaft für die Stärken der dualen Berufsbildung stehen.
Der Lifetime Impact Award ging an den Unternehmer Roland Brack. Mit den Inspiration Awards wurden die Cellere Bau AG aus St.Gallen und die Bartholet Ropeways AG aus Flums ausgezeichnet. Die NextGen Awards rückten die besten Lernenden der Ostschweiz und des Fürstentums Liechtenstein ins Rampenlicht.
Mit der Award Night und der begleitenden Kampagne «Genial Dual» will die Hans-Huber-Stiftung die Berufslehre stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Diese sei weit mehr als der Einstieg ins Erwerbsleben: Sie verbinde Theorie und Praxis, vermittle früh Verantwortung und eröffne zahlreiche Möglichkeiten für die weitere Laufbahn.
«Wir nehmen die duale Berufsbildung in der Schweiz viel zu oft als selbstverständlich wahr», sagte Stiftungspräsident Jens Breu. Für junge Menschen biete sie die Chance, ihre Fähigkeiten früh zu entdecken und Verantwortung zu übernehmen. «Mit Best of Class wollen wir vor allem die Menschen dahinter sichtbar machen.»
Roland Bracks Karriere begann mit einer Lehre
Mit dem Lifetime Impact Award würdigte die Stiftung Roland Bracks langjährigen und prägenden Einsatz für die Berufsbildung. Der Gründer und Verwaltungsratspräsident von Brack.Alltron absolvierte selbst eine Berufslehre als Elektromechaniker. Bereits während seiner Ausbildung importierte er PC-Komponenten aus Taiwan und legte damit einen frühen Grundstein für seine spätere unternehmerische Laufbahn.
1994 gründete Brack sein erstes Unternehmen. Daraus entwickelte sich die heutige Brack.Alltron-Gruppe mit mehr als 1300 Mitarbeitern. Gleichzeitig setzte sich Brack kontinuierlich für die Nachwuchsförderung ein, insbesondere für den Ausbau von Berufslehren im ICT-Bereich und die frühe Vermittlung digitaler Kompetenzen. Sein Weg zeige beispielhaft, welches unternehmerische Potenzial eine praxisnahe Ausbildung freisetzen könne.
Der Lifetime Impact Award zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich während vieler Jahre aussergewöhnlich für die Berufsbildung eingesetzt und ihre Entwicklung nachhaltig geprägt haben.
Cellere und Bartholet investieren in den Nachwuchs
Die Inspiration Awards gingen an zwei Ostschweizer Unternehmen, bei denen die Ausbildung junger Berufsleute einen hohen Stellenwert besitzt. Die Cellere Bau AG bietet in der Deutschschweiz und im Tessin bis zu 60 Lehrstellen an. Ausgebildet werden unter anderem Strassenbauer, Maurer, Baumaschinenmechaniker und Kaufleute. Das St.Galler Bauunternehmen wurde zudem als erster Betrieb des Schweizer Bauhauptgewerbes durch die Stiftung TOP-Ausbildungsbetrieb zertifiziert.
Auch die Bartholet Ropeways AG setzt stark auf den eigenen Nachwuchs. Beim Flumser Seilbahnbauer absolvieren derzeit mehr als 30 junge Menschen eine Ausbildung. Seit 2005 haben rund 150 Lernende ihren Abschluss bei Bartholet gemacht. Etwa die Hälfte arbeitet weiterhin im Unternehmen. Ausgebildet werden unter anderem Polymechaniker, Konstrukteure, Produktionsmechaniker, Anlagen- und Apparatebauer sowie Seilbahn-Mechatroniker.
Beide Unternehmen stehen nach Ansicht der Stiftung beispielhaft dafür, wie Betriebe jungen Menschen Perspektiven eröffnen, Talente fördern und gleichzeitig ihre eigene Versorgung mit qualifizierten Fachkräften sichern können.
Nachwuchstalente übernehmen früh Verantwortung
Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren die NextGen Awards. Damit zeichnet die Hans-Huber-Stiftung die besten Lernenden aus der Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein aus. Entscheidend sind nicht nur hervorragende fachliche Leistungen, sondern ebenso Engagement und Persönlichkeit.
Die ausgezeichneten Nachwuchskräfte stünden für eine Generation, die bereits während der Ausbildung Verantwortung übernehme und schulisches Wissen konsequent mit praktischer Erfahrung verbinde. Gerade angesichts des Fachkräftemangels seien solche Talente für die Unternehmen und den Wirtschaftsstandort von grosser Bedeutung.
Die drei Awards verkörpern damit unterschiedliche, aber eng verbundene Säulen einer starken Berufsbildung: junge Menschen, die ihre Chancen nutzen, Unternehmen, die ihnen diese Chancen ermöglichen, und Persönlichkeiten, die sich langfristig für das duale Bildungssystem einsetzen.
Die Hans-Huber-Stiftung will «Genial Dual» in den kommenden Jahren weiterentwickeln und damit ihren Einsatz für die Berufsbildung verstärkt in die Öffentlichkeit tragen. Die Stiftung wurde 1997 vom früheren SFS-Patron Hans Huber gegründet. Dessen Ziel war es, den Stellenwert der Lehre zu sichern und ihre Bedeutung für den Werkplatz Ostschweiz sichtbar zu machen.