9 Millionen Dollar für Herzforschung mit St.Galler Beteiligung
Text: pd/red
Entzündliche Erkrankungen des Herzmuskels können zu einer dauerhaften Schwächung der Herzfunktion bis hin zu Herzinsuffizienz führen. Betroffen sind Menschen aller Altersgruppen. Obwohl Diagnostik und Behandlung in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht haben, sind viele immunologische Ursachen dieser Erkrankungen noch nicht ausreichend erforscht. Genau hier setzt das Forschungsnetzwerk «CoeurTCR» an.
Im Zentrum des Projekts stehen sogenannte T-Zellen, spezialisierte Immunzellen, die bei entzündlichen Herzmuskelerkrankungen eine zentrale Rolle spielen können. Die Forschenden wollen jene Mechanismen identifizieren, die fehlgeleitete Immunreaktionen im Herzmuskel auslösen. Auf dieser Grundlage sollen neue Immuntherapien entwickelt werden, die gezielt krankmachende Immunzellen hemmen, ohne das gesamte Immunsystem zu beeinträchtigen.
Die europäische Koordination des Forschungsverbunds übernimmt Prof. Dr. Burkhard Ludewig, Leiter des Medizinischen Forschungszentrums am Kantonsspital St.Gallen und Leiter der Translationalen Kardioimmunologie am Universitätsspital Zürich. Die nordamerikanische Koordination liegt bei Prof. Javid Moslehi von der University of California, San Francisco. Gemeinsam arbeiten Forschungsteams aus der Schweiz, den USA, Spanien und Dänemark an dem Projekt.
«Entzündliche Herzmuskelerkrankungen können zu einer dauerhaften Schwächung der Herzfunktion führen und betreffen häufig auch jüngere Menschen. Unser Ziel ist es, die krankheitsauslösenden Immunreaktionen besser zu verstehen und daraus präzisere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln», wird Burkhard Ludewig in der Mitteilung zitiert.
Die Leducq Foundation zählt zu den weltweit bedeutendsten privaten Förderorganisationen im Bereich der Herz-Kreislauf-Forschung. Das Programm «International Networks of Excellence» unterstützt internationale Forschungsverbünde mit hoher wissenschaftlicher Qualität. «CoeurTCR» wurde 2026 als eines von weltweit vier Projekten für eine Förderung ausgewählt. Der offizielle Projektstart ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen.