Die Ostschweiz profitiert von privaten Kunstsammlungen

Die Ostschweiz profitiert von privaten Kunstsammlungen
Die private Sammlung Artbon in Arbon umfasst über 800 Exponate.
Lesezeit: 3 Minuten

Vom Zürichsee bis an den Bodensee sind in der Ostschweiz exquisite Ausstellungen Zeugen der Sammlungstätigkeit potenter Kunstliebhaber. In Bad Ragaz wird bald ein weiteres Museum aus privater Initiative entstehen.

Die Sammlung des Kunst(Zeug)Hauses in Rapperswil-Jona wurde von Peter Bosshard und Elisabeth Bosshard seit 1971 aufgebaut, sie umfasst 7000 Werke von 800 Schweizer Künstlern aus den Jahren 1950 bis in die Gegenwart. 2006 brachte das Ehepaar die gesamte Sammlung in die Stiftung Kunst(Zeug)Haus ein, 2008 wurde das umgebaute Gebäude als modernes Museum eröffnet. Die Sammlung ist gemäss den Statuten dauerhaft an den Standort Rapperswil-Jona gebunden.

Der Architekt und Kunstliebhaber Heinz Nyffenegger hat zusammen mit seiner Partnerin eine 800 Werke umfassende Sammlung an Skulpturen, Installationen und Bildern von 130 Künstlern aus der Schweiz und den Nachbarländern aufgebaut. 2019 wurde die Sammlung in eine Stiftung überführt, um sie als Ganzes zu erhalten. In Arbon erwarben die Sammler ein grosses Areal mit einer Fabrikhalle und schufen eine 4500 Quadratmeter grosse Ausstellungsfläche. Die Sammlung «Artbon» wird an einigen Tagen in der warmen Jahreszeit für Publikum geöffnet.

Nur selten kann die 400 Werke umfassende Sammlung von Gabriele und Heinz Seufert besichtigt werden. Das Sammlerpaar hat für seine Schätze eigens ein Kunsthaus gebaut, sie öffnen es gelegentlich für Führungen und Exkursionen, etwa für Kunstvereine oder Fachpublikum.

Sammlung des Schraubenkönigs

Der deutsch-österreichische Milliardär und «Schraubenkönig» Reinhold Würth nennt eine der grössten privaten Kunstsammlungen Europas sein Eigen. Mit der 20’000 Exponate umfassenden Sammlung werden 15 verschiedene Ausstellungsorte bespielt, darunter auch das 2013 in Rorschach eröffnete Würth Haus. Im markanten Bau von Gigon/Guyer sind wechselweise Alte Meister aus dem Spätmittelalter und Stars der Moderne wie Picasso und Richter zu sehen. Im Skulpturengarten im Freien werden Werke von Henry Moore oder Niki de Saint Phalle gezeigt.

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Kunstmekka Bad Ragaz

Bad Ragaz ist auf der Kunstlandkarte der Ostschweiz ein besonderer Fleck: Alle drei Jahre wird der Ort und die Region zur imposanten Freiluft-Galerie, wenn etwa 400 internationale Künstler ihre grossen Skulpturen in die Landschaft setzen. Die nächste, zehnte Ausgabe der Triennale «Bad Ragartz» wird von Mai bis Oktober 2027 abgehalten. Die Werke können nach der Triennale gekauft werden, die Preisetiketten zeigen meist fünf- oder sechsstellige Zahlen. Wer das nicht gerade flüssig hat, kann auch Kleinversionen einiger Skulpturen im Online-Shop kaufen.

Bad Ragaz wird bald um eine noch grössere Kunstattraktion bereichert werden. Auf dem Areal des Grand Resort Bad Ragaz, an dem die Unternehmerfamilie Schmidheiny 85 Prozent der Anteile hält, soll bald ein neues Kunstmuseum entstehen. Mit diesem Projekt soll die private Kunstsammlung der Familie Thomas Schmidheiny der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, dauerhaft und ohne Eintritt. Die Sammlung umfasst unter anderem eine Reihe wichtiger Werke von Ferdinand Hodler.

Die Familie Schmidheiny, die unter anderem am Baustoffkonzern Holcim beteiligt ist, will das Museum auch als Geschenk an ihren Heimatkanton St.Gallen verstanden wissen.

Geplant ist ein Museumsgebäude mit etwa 3400 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Die Stiftung Kunstsammlung Thomas Schmidheiny nimmt sich Museen wie die Fondation Beyeler in Riehen zum Vorbild. Inzwischen wurde der Architekturwettbewerb entschieden, das Museum wird nach Entwürfen der brasilianischen Architektin Carla Juaçaba gebaut. Carla Juaçaba ist Professorin an der Tessiner Architektur-Akademie in Mendrisio.

Text: Philipp Landmark

Bild: Thomas Hary, Philipp Landmark

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