Zu wenige Spontane für den Flug ins Unbekannte
07.02.2019

Zu wenige Spontane für den Flug ins Unbekannte

Im November 2018 kündigte das St. Galler Unternehmen bbacksoon AG den ersten Flug ins Unbekannte ab Altenrhein an. Im Mai 2019 sollte ein Flugzeug abheben, dessen Passagiere nicht wissen, wohin die viertägige Reise geht. Bis zum Buchungsschluss Ende Januar sind jedoch nicht genügend Anmeldungen eingegangen, weshalb der Flug vorerst abgesagt wird. Die Initianten zeigen sich aber alles andere als enttäuscht.

Anstatt lange über die verrückte Idee zu diskutieren und fiktive Pläne zu zeichnen, wollte es das Team von bbacksoon mit dem konkreten Angebot „b on board“ wissen. Gibt es genügend spontane Menschen in der Ostschweiz, die für einen viertägigen Städtetrip in ein Flugzeug einsteigen, ohne zu wissen, wohin die Reise geht? Die Idee stiess in der Presse und auf Social Media auf reges Interesse. „Es haben sich ungefähr dreimal so viele Interessierte bei uns gemeldet, wie im Flieger Platz gehabt hätten. Wir bekamen sehr viele Komplimente für das Projekt“, so der Geschäftsführer von bbacksoon, Christoph Anrig. „Ebenso sind wir über jede einzelne „b on board“-Buchung happy, auch wenn wir nicht das ganze Flugzeug vollgekriegt haben. Nun erhalten alle, die das limitierte Angebot bereits gebucht haben, 100 % ihrer Kosten sofort zurückerstattet. Das Tagesgeschäft ist davon nicht betroffen“, so Anrig weiter.

Ferientage schon verplant und Preis zu teuer
Zum Schluss blieben die Buchungen unter dem Soll. Das Thema Spontanität bleibt in der heutigen durchgetakteten Gesellschaft schwierig. Dazu meint Anrig: „Viele hätten die Ferientage im Frühling bereits verplant oder der Preis sei ihnen doch zu teuer gewesen“. Aufgrund der individuellen Anforderungen an den speziellen Premierenflug hätte der viertägige Spontantrip in eine europäische Stadt inklusive Übernachtungen rund 1400 Franken gekostet. „Wir nehmen uns das Feedback zu Herzen und gehen nochmals über die Bücher. Für uns ist das Projekt noch lange nicht begraben, wir lassen die Zukunft aktuell aber noch offen“, sagt Anrig über die Zukunft des Fluges ins Unbekannte.

Interessierte können sich auf der Buchungsplattform www.bbacksoon.com weiter in eine Warteliste eintragen und mitentscheiden, ob und wie das Projekt weitergehen könnte.

Fokus auf bestehende Spontantrips
Angesichts der immer detaillierteren Planung vor einer Reise war der Flug ins Unbekannte gedacht als ein Aufruf, sich mehr auf das Ungeplante einzulassen, verbunden mit Neugierde, Achtsamkeit und Überraschung. Wer ohne Planung verreist, folgt seiner Sehnsucht nach Abenteuer und spontanen Erlebnissen. Ein einzigartiges Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung, das bbacksoon seit 2016 mit individuellen Spontantrips wiederbelebt. Ein Aufruf, der gemäss Anrig bei den Interessierten noch nachwirkt: „Viele haben sich den Vorsatz gefasst, sich bald auf einen überraschenden Spontantrip zu wagen. Auch wenn nicht an Board des ersten Spontanflugs, sondern erst mal für ein individuelles Wochenende alleine oder zu zweit“.

Im bestehenden Angebot an Spontantrips von bbacksoon finden sich verschiedene Pakete zu den Themen Überraschung, Stadt, Natur oder Strand. Der Clou: Der Kunde erfährt nicht bei der Buchung, sondern erst kurz vor Start, wohin die Reise geht.