15.10.2018

Würth verzichtet auf BR-Kandidatur

«Die vergangenen zwei Wochen habe ich genutzt, um mit meiner Familie, meinem Umfeld und meiner Kantonalpartei die Frage einer Bundesratskandidatur eingehend zu klären. Eine Bundesratswahl hängt in hohem Masse von Konstellationen ab. Nach einer sorgfältigen Lagebeurteilung sehe ich von einer Bundesratskandidatur ab», teilt der St.Galler CVP-Regierungsrat Benedikt Würth soeben mit.

Hier Benedikt Würths Mitteilung im Wortlaut: «Die Stärken der Schweiz sind ihre Institutionen, die direkte Demokratie, der Föderalismus sowie ihre wettbewerbsfähige und innovative Wirtschaft. Bei uns können nicht eine oder einzelne Personen allein den Lauf der Dinge entscheiden. Um notwendige Reformen im Gesamtinteresse voranzubringen, braucht es das Zusammenwirken unterschiedlichster Kräfte. Im Bundesrat braucht es daher Persönlichkeiten, die eine gewisse Unabhängigkeit mitbringen, der Konkordanz und der Kollegialität verpflichtet sind und die über ausgeprägten Führungs- und Gestaltungswillen sowie hohe Integrationskraft verfügen. Erforderlich sind sodann grosse Belastbarkeit, Motivation und Dossierkompetenz. Vor dem Hintergrund meines bisherigen Werdegangs und meiner Erfahrungen hätte mich diese Aufgabe gereizt. Das Herz sagt denn auch ja zu einer Kandidatur, aber der Kopf sagt nein.

Die Ostschweiz muss aufgrund ihres Bevölkerungsanteils und ihrer Wirtschaftsleistung wieder im Bundesrat vertreten sein, so wie es die Ostschweizer Regierungskonferenz nach dem Ausscheiden von Eveline Widmer-Schlumpf an der Plenarversammlung vom März 2016 gefordert hat. Als ehemaliger Präsident der Ostschweizer Regierungskonferenz fühle ich mich dieser Forderung besonders stark verbunden.

Nun steht mit Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter eine Persönlichkeit aus der Ostschweiz zur Verfügung, die beste Wahlchancen für den Bundesrat hat und für diese anspruchsvolle Aufgabe sehr gut vorbereitet ist. Auch wenn seit der Abschaffung der Kantonsklausel die Kandidatinnen und Kandidaten nicht auf die regionale Herkunft reduziert werden sollten, spielt in der föderalen Schweiz dieser Aspekt weiterhin eine Rolle.

Eine Bundesratswahl hängt in hohem Masse von Konstellationen ab. Meine Entscheidung ist das Resultat einer sachlichen Analyse der Situation.»