Wifo 2027 rückt die neue Weltordnung ins Zentrum
Text: pd/stz.
Unter dem Titel «Globale Machtverschiebungen – und wir mittendrin» nimmt das Rheintaler Wirtschaftsforum 2027 die geopolitischen Veränderungen und ihre Folgen für die Schweiz ins Visier. Europa muss seine Rolle in einer zunehmend unübersichtlichen Welt neu bestimmen, traditionelle Bündnisse stehen unter Druck und wirtschaftliche Abhängigkeiten werden vermehrt zu politischen Machtinstrumenten.
Diese Entwicklungen treffen auch die Schweiz. Ihre Neutralität, ihre Sicherheitspolitik und ihre Stellung als international stark vernetzter Wirtschaftsstandort werden neu diskutiert. Für Unternehmen stellt sich gleichzeitig die Frage, wie sie mit politischen Spannungen, unsicheren Märkten, unterbrochenen Lieferketten und einem rasanten technologischen Wandel umgehen sollen.
Das 32. Rheintaler Wirtschaftsforum bringt dazu am 15. Januar 2027 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in der Sporthalle Aegeten in Widnau zusammen.
Masala ordnet die Weltlage ein
Mit Prof. Dr. Carlo Masala hat das Wifo einen der bekanntesten deutschsprachigen Experten für internationale Politik und Sicherheit gewonnen. Masala lehrt Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München. Er gehört dem wissenschaftlichen Beirat der deutschen Bundesakademie für Sicherheitspolitik an und war mehrere Jahre am NATO Defense College in Rom tätig.
In Widnau spricht Masala über die unsichtbaren Verbindungen hinter lokalen Krisenherden. Er zeigt auf, wie Konflikte, Machtinteressen und wirtschaftliche Abhängigkeiten ineinandergreifen und weshalb vermeintlich weit entfernte Ereignisse direkte Folgen für Europa und die Schweiz haben können. Dabei richtet er den Blick auch auf die schweizerische Neutralität und die Frage, welche Rolle ein kleiner, wirtschaftlich stark verflochtener Staat in einer zunehmend konfrontativen Weltordnung spielen kann.
Handlungsfähig bleiben, wenn Sicherheiten schwinden
Einen zweiten Schwerpunkt setzt Prof. Dr. Wolfgang Jenewein. Der Führungs- und Transformationsexperte beschäftigt sich in Forschung und Lehre insbesondere mit positiver Führung, der kulturellen Transformation von Organisationen und der Führung von Hochleistungsteams. Er lehrt unter anderem an der Universität St.Gallen und berät internationale Unternehmen auf Vorstandsebene.
Am Wifo richtet Jenewein den Blick auf die menschliche und unternehmerische Seite des Wandels. Im Zentrum steht die Frage, wie Führungskräfte, Teams und Unternehmen auch unter hohem Druck handlungsfähig bleiben. Dazu gehören der konstruktive Umgang mit Konflikten, eine offene Fehlerkultur und die Fähigkeit, Unsicherheit nicht nur auszuhalten, sondern als Ausgangspunkt für neue Lösungen zu nutzen. Gerade angesichts geopolitischer Spannungen und des Sprungs ins KI-Zeitalter werde Führung zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.
Bucher eröffnet das Forum
Auch die St.Galler Regierung ist am Wifo 2027 vertreten. Regierungspräsidentin Laura Bucher wirkt beim Eröffnungstalk mit. Durch den Nachmittag führt erneut SRF-Moderatorin Sonja Hasler. Weitere Referenten und Programmpunkte wollen die Veranstalter in den kommenden Wochen schrittweise bekannt geben.
Zu den festen Höhepunkten gehört die Verleihung des Preises der Rheintaler Wirtschaft 2027. Die Auszeichnung würdigt jedes Jahr ein Unternehmen, das sich durch besondere unternehmerische Leistungen und seine Verbundenheit mit der Region auszeichnet. Wer den Preis erhält, bleibt bis zur Verleihung am 15. Januar geheim.