20.04.2018

Werkstoffwissen für den Heizungsbau

Lange hatte sich die Staub Heizungen AG aus Steckborn mit einem lästigen Werkstoffproblem herumgeschlagen. Die Schadensanalyse durch das Institut für Werkstoffsystemtechnik Thurgau (WITg) in Tägerwilen brachte ein weitreichendes Ergebnis.

Über viele Jahre hinweg hatte immer wieder dieselbe Komponente einer Heizungsanlage ihren Dienst versagt und zu erheblichen Reparatur- und Kulanzkosten geführt. Die Lieferantin hatte kein Einsehen, doch damit gab sich Leo Staub (rechts im Bild), Gründer und Geschäftsführer der Staub Heizungen AG, die in Steckborn 47 Mitarbeiter beschäftigt, nicht zufrieden: Er wollte wissen, was wirklich der Stand der Technik ist.

Bei der Google-Suche nach einem «Materialprüfungsinstitut» fand der Unternehmer rasch das WITg in Tägerwilen. Ein spontaner Anruf vermittelte den ersten Kontakt, und schon für zwei Tage später wurde ein Termin vereinbart. Das Institut sollte als unabhängige Stelle festhalten, warum das fragliche Werkstück so häufig Schaden nahm.

Innerhalb zweier Wochen lag der Bericht vor, und er sollte seine Wirkung nicht verfehlen: Nach anfänglicher Skepsis sorgte die Lieferantin der Heizungsanlagen dafür, dass die schadensanfälligen Bauteile massiv besser gefertigt wurden. Auch die Kosten der Materialprüfung sowie die jahrelangen Aufwendungen für Kulanz- und Garantieleistungen wurden übernommen.

«Dank der Schadensanalyse des WITg konnten wir mit wenig Aufwand etwas Grosses bewirken», bilanziert ein zufriedener Leo Staub. «Vor allem wurden wir als Abnehmer ernst genommen.» Davon profitierten auch andere Heizungsfirmen. «Es fand bei allen Beteiligten ein Lernprozess statt», konstatiert Matthias Sorg (links), der seit 2012 als Diplomingenieur (FH) beim WITg tätig ist und Kunden verschiedenster Branchen betreut.

Das Angebot für Werkstoffanalysen im Bereich Stähle und Kunststoffe hat die Staub Heizungen AG bereits wiederholt in Anspruch genommen. Die unabhängigen Berichte seien nicht nur für Handwerksbetriebe ein gutes Instrument, sondern auch der öffentlichen Hand könnten diese Dienste, zum Beispiel im Baubereich, hilfreich sein. «Ich kann das WITg nur empfehlen», hält der Unternehmer fest und lobt vor allem die kurzen Wege sowie den starken Praxisbezug.

www.witg.ch