18.06.2018

Wechsel im AB-Verwaltungsrat

Die Appenzeller Bahnen (AB) blicken auf ein bewegtes Geschäftsjahr 2017 zurück. An der Generalversammlung am 15. Juni 2018 in Appenzell wurden ein neuer Verwaltungsratspräsident und zwei neue Verwaltungsratsmitglieder gewählt.

Wegen Erreichung der Altersgrenze haben VR Präsident, Fredy Brunner, und VR-Mitglied Juan Felix Gut auf die Generalversammlung 2018 den Rücktritt erklärt. Aus privaten Grün- den wird Dr. Dieter Wepf zurücktreten. Der Verwaltungsrat nahm in der Folge eine längerfristig orientierte Nachfolgeplanung in Angriff. Dazu wurde ein detailliertes Anforderungsprofil für den Verwaltungsrat erarbeitet. Ziel des Verwaltungsrates ist es, eine schrittweise Verkleinerung und eine Entpolitisierung einzuleiten. Auf die Generalversammlung 2018 ist darum auch Verwaltungsrat Andreas Gantenbein (Gemeindepräsident Waldstatt) zurückgetreten.

Verwaltungsrat: Neuer Präsident, neue Mitglieder
Der Verwaltungsrat bedankte sich am 15. Juni bei den austretenden Verwaltungsräten herzlich für das grosse Engagement. Ein besonderer Dank galt dem bisherigen Präsidenten Fredy Brunner, der den Verwaltungsrat in den letzten drei Jahren mit Umsicht führte und wesentlich zur Modernisierung der Appenzeller Bahnen beitrug. Im Rahmen der Nachfolgeplanung wurde das Präsidium öffentlich ausgeschrieben. Als neuer Präsident wurde an der Generalversammlung vom 15. Juni 2018 Dr. Ernst Boos, noch bis Ende 2018 Geschäftsführer der Regionalbahn Thurbo, gewählt. Ebenfalls neu im Verwaltungsrat sind Markus Geyer, Utzenstorf, und Daniel Weder, Birchwil. Die bisherigen Verwaltungsräte Dr. Anita Dörler, Köbi Frei, Clemens Wick, Peter Jans und Thomas Rechsteiner wurden von der Generalversammlung wiedergewählt.

Finanzen: Zusatzaufwand aufgrund von Sondereffekten
Erfreulicherweise konnten die Personenverkehrserträge im Vergleich zum Vorjahr leicht gesteigert werden. Sowohl beim Direkten Verkehr (nationale Fahrausweise), als auch bei den Ostwind-Billetten wurde gegenüber dem Vorjahr ein Mehrertrag realisiert. Die Bereinigung des Fahrzeugparkes machte, wie bereits 2016, Zusatzabschreibungen notwendig. Diese Sondereffekte führten letztlich zum ausgewiesenen Unternehmensverlust, welcher in dieser Grössenordnung erwartet wurde.

Ruckhalde-Tunnel: Nach dem Durchstich folgt der Ausbau
Die Modernisierung der Appenzeller Bahnen schreitet zügig voran. Nach dem bergmännischen Tunnelanstich im August 2016 beim Nordportal erfolgte ein rascher Fortschritt mit Sprengvortrieb im kompakt anstehenden Fels auf einer Strecke von rund 320 Metern. Ab Anfang 2017 folgte der weitere Vortrieb, wie auch von Süden her, im feinkörnigen Lockergestein. Nach einer Bauzeit von rund einem Jahr ist der Durchstich im 700 Meter langen Tunnel Ruckhalde gelungen. In rund 16 Meter unter der Teufenerstrasse haben sich die Tunnelbauer von Norden und von Süden die Statue der heiligen Barbara am 20. Juli 2017 überreicht. Nach dem Durchstich konnte sofort mit dem Ausbau und der Verkleidung der Tunnel- röhre begonnen werden. Das Grossvorhaben befindet sich erfreulicherweise terminlich und finanziell auf Kurs.

Neue Züge: elf «Tangos» und fünf «Walzer» im Bau
Das Jahr 2017 war geprägt von vielen Bausitzungen und von der Bestimmung wichtiger Komponenten für die neuen Züge. Ende März 2018 wurden die ersten Fahrzeuge ausgeliefert. Sie sind nun für Testfahrten auf dem Streckennetz der AB unterwegs. Ab August 2018 werden die ersten Fahrzeuge in den Fahrgastbetrieb gehen. Für den Unterhalt der neuen elf Züge auf der Linie Trogen-St.Gallen-Appenzell wurde die Werkstatt Speicher umgebaut. Mit der Grubenverlängerung, dem Dacharbeitsstand und dem Fahrleitungsumbau ist die Werk- statt für die Instandhaltung der Tango-Fahrzeuge gerüstet, bis das Instandhaltungszentrum Appenzell fertiggestellt sein wird. Die bestehenden Fahrzeuge der Linie St.Gallen–Trogen werden an die Transport Publics Neuchâtelois verkauft. Sie werden dazu umfassend erneu- ert und verlassen das Netz der AB Ende 2018. Die Aktionärinnen und Aktionäre hatten im Rahmen der Generalversammlung am 15. Juni die Gelegenheit, je einen neuen «Tango» und «Walzer» erstmals von innen zu betrachten.