Vier Digitaltrends für das Online-Marketing
13.12.2018

Vier Digitaltrends für das Online-Marketing

Diese Entwicklungen dürfen Marketingentscheider 2019 nicht verpassen: Laut der St.Galler Fullservice-Digitalagentur Namics AG werden 2019 für das Marketing vier Digitaltrends besonders wichtig. Welche das sind, verrät Marketingexperte Holger Neckenbürger, Head of Marketing Operations bei Namics.

(1) Augmented Reality Advertising
Snapchat-Filter, Pokemon Go oder digitale Stadtführer: Im täglichen Leben der Kunden hat Augmented Reality (AR) schon längst Einzug gehalten. Auch in der professionellen Markenkommunikation wird die Technologie immer wichtiger – insbesondere im Social-Media-Marketing. Branchenriese Facebook macht es Werbetreibenden beispielsweise mit seinem AR-Studio einfach, Augmented-Reality-Konzepte umzusetzen.

Grosse Konzerne wie Audi oder IKEA stellen ihre Produkte und Services inzwischen regelmässig via Augmented-Reality-Anwendungen direkt in die Lebenswelt potenzieller Interessenten. Und erweitern so die User Experience mit einem personalisierten Marken- und Produkterlebnis. Eine virtuelle Racing-Strecke oder ein entsprechender Showroom kann kombiniert mit entsprechender User-Interaktion zu viralen Effekten führen. Je grösser der Nutz- oder Unterhaltungswert für den User, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass er den Inhalt mit anderen teilt - und so die Unternehmensbotschaft weiterträgt.

(2) Messbarkeit im Content Marketing
Unternehmen geben häufig grosse Summen für die Produktion von YouTube-Videos aus. Doch die gewünschte Konversion, zum Beispiel zum Besuch der Website oder Anmeldung zum Newsletter, bleibt aus. Daher der zweite digitale Marketing-Trend für 2019: Content muss messbar werden. Denn wenn aufwendig erstellte Inhalte nicht auf die Unternehmensziele einzahlen, verschlingen sie nur Ressourcen.

Voraussetzung für die Erfolgsmessung im Content Marketing sind eine detaillierte Content Marketing Strategie und eine Nullmessung, also eine Bestandsaufnahme vor den eigentlichen Massnahmen. Im Rahmen der Content Strategie sind folgende Fragen zu klären:
Welchen Unternehmenszielen dient der jeweilige Inhalt?
- Wie ist die Zielgruppe definiert?
- Was ist die Kernbotschaft des Contents?
- Welche Kanäle eignen sich zur Platzierung?
- Was für ein Format eignet sich?

Sehr hilfreich dafür ist das sogenannte Content Audit. Dieser wichtige Schritt dokumentiert zum Beispiel, ob ein Beitrag zur Zielgruppe passt, die redaktionelle Qualität stimmt und vor allem ob der Content auf die Business-Ziele einzahlt.

(3) SEO für Voice Search
Siri, Alexa und Cortana werden weltweit bei Kunden immer beliebter. Das Marktforschungsinstitut Comscore vermutet sogar, dass weltweit im Jahr 2020 jede zweite Suchanfrage per Sprachbefehl erfolgen wird. Kein Wunder, dass die digitalen Assistenten auch für SEO eine immer wichtigere Rolle spielen. Das zeigt sich vor allem auch in dem Digitaltrend SEO für Voice Search. Zeit für die Marketingabteilungen, sich diesem Trend proaktiv zu widmen. Um Inhalte für die Sprachsuche zu optimieren, müssen Unternehmen auf Folgendes achten:
- Einbindung strukturierter Daten, also spezieller Codes, die Crawlern erlauben, Daten richtig zu deuten
- Einbindung relevanter Fragen, die mit den üblichen Fragewörtern „wie“, „was“, „warum“ oder „welche“ beginnen
- Verwendung von Long-Tail-Keywords aus der gesprochenen Sprache (im Fachjargon auch als „natürliche Sprache“ bezeichnet)
- Integration lokalbezogener Keywords für Mobile User
- Hohe Ladegeschwindigkeit der Seite für 3G- und 4G-User

Via Sprachassistenten suchen User mittlerweile nicht nur nach Informationen rund um Marken und Alltagsfragen, sondern auch konkret nach Produkten und guten Deals zum direkten Kauf vor Ort. Dies erklärt auch den Aufstieg des ROPO-Trends – Research Online, Purchase Offline. In Zukunft soll sogar die Stimmung der Nutzer Einfluss auf die Suchergebnisse haben: Gleich mehrere Unternehmen arbeiten an Software, die Tonlage und Ausdrucksweise des Sprechers auswerten und so dessen emotionalen Zustand ermitteln. Klingt der Nutzer ruhig und gut gelaunt, wird er eher auf inspirierenden Content als auf reine Faktensammlungen verwiesen.

(4) Noch individuellere Inhalte
Personalisierte Inhalte bleiben weiterhin Trend im Marketing. Hier ist der Peak noch lange nicht erreicht, im Gegenteil: Die technologische Entwicklung ist zwar schon weit fortgeschritten, viele Unternehmen beginnen aber erst jetzt, das volle Potenzial der Segmentierung auszuschöpfen. Nicht zuletzt wegen steigender Kundenansprüche wird individueller Content 2019 noch wichtiger. Der User möchte seinen Bedürfnissen entsprechend abgeholt werden. Dabei spielen nicht nur soziodemografische Merkmale wie Alter, Beziehungsstatus oder Geschlecht eine Rolle, auch das Nutzerverhalten auf der Website, das Kaufverhalten, das genutzte Endgerät oder externe Faktoren wie die Wetterlage sind wichtige Segmentierungsfaktoren.

Mit flexiblen Content-Management-Systemen (CMS) und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) lassen sich Inhalte optimal personalisieren und auf den User, den jeweiligen Kanal und das entsprechende Device anpassen. Automatisiertes A/B-Testing oder Tweeting bzw. Posting sind nur einige Beispiele des Anwendungsgebietes von KI. Besonders im Umgang mit grossen Datenmengen sind die Vorteile der künstlichen Intelligenz offensichtlich.